Abrechnungsdaten zeigen hohe Bedeutung der ambulanten Versorgung in der Pandemie

Berlin – Abrechnungsdaten zu PCR-Tests zeigen die hohe Bedeutung der ambulanten Versorgung während des ersten COVID-19-Pandemieschubs im Frühjahr.
„Im ersten Quartal 2020 sind fast 94 Prozent der PCR-Tests zur Verdachtsabklärung einer potenziellen COVID-19-Infektion ambulant im haus- und fachärztlichen Bereich erbracht worden“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi), Dominik von Stillfried.
Lediglich gut sechs Prozent aller ambulant durchgeführten Testungen seien von den Notaufnahmen der Krankenhäuser gegenüber den Kassenärztlichen Vereinigungen abgerechnet worden. Das zeigten die aktuell vom Zi ausgewerteten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten für die Monate Januar bis März 2020.
Diese Zahlen stützen laut dem Institut die Annahme, dass das effiziente Miteinander von starken ambulanten Versorgungsstrukturen und einer leistungsfähigen Kliniklandschaft einen wesentlichen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie in Deutschland geleistet hat.
Laut einer Umfrage des Zi mit der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Berlin haben niedergelassene Ärzte für pandemiebezogene Aufgaben im Schnitt rund 25 Stunden pro Woche aufgewendet. Insgesamt entfielen davon fast acht Stunden auf die Beantwortung telefonischer Anfragen zu COVID-19 und entsprechende Testungen sowie rund zehn Stunden auf Tests und Dateneingaben.
Bei den positiv getesteten Patienten haben die Praxen durchschnittlich fast drei Stunden pro Woche für die Kommunikation mit Gesundheitsämtern, zur Patientenberatung und zum Monitoring gebraucht.
Mehr als drei Stunden wurden für Abrechnungs- und Organisationsfragen aufgewandt. Das Praxisteam war im Schnitt zusätzlich rund neun Stunden die Woche gebunden.
„Auch wenn in den Praxen keine Patienten beatmet werden, so zeigen diese Zahlen deutlich, dass aus der Vertragsärzteschaft ein zentraler Beitrag zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie geleistet wird“, betonte von Stillfried.
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