Ärzte ohne Grenzen kritisiert Ausgangssperre in Flüchtlingslagern

Berlin – Ärzte ohne Grenzen sieht keine Notwendigkeit für eine COVID-19-Ausgangsperre in den Geflüchtetenlagern auf den griechischen Inseln.
Eine unverhältnismäßige Einschränkung der Bewegungsfreiheit habe massive Auswirkungen auf die physische und psychische Gesundheit von Tausenden Bewohnern der Lager in Moria auf Lesbos und Vathy auf Samos, kritisierte die Hilfsorganisation heute in Berlin.
Vielmehr müssten die Menschen aus den Zentren, vor allem die COVID-19-Hochrisikogruppen, in sichere Unterkünfte gebracht werden. Die Lebensbedingungen in den überfüllten Lagern seien schon in normalen Zeiten inakzeptabel, so die Mitteilung des Hilfswerks weiter.
Eine Einschränkung der Bewegungsfreiheit führe zu noch mehr Gewalt, Krankheiten und Elend. Auf den griechischen Inseln Lesbos und Samos leben in zwei Flüchtlingslagern nach Unicef-Angaben zusammen ungefähr 28.000 Flüchtlinge.
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