Ärzte und TK drängen zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Ärztemangel auf dem Land

Stuttgart – Hausärzteverband Baden-Württemberg, Ärzteverbund Medi Baden-Württemberg und Techniker Krankenkasse (TK) drängen zu mehr Anstrengungen, um Ärzte für eine Niederlassung in ländlichen Regionen zu motivieren. Das gelte gleichermaßen für Haus- und Fachärzte, teilten Hausärzteverband, Medi und TK mit.
Sie betonten, es gebe zwar in Baden-Württemberg bereits viele Projekte zur Förderung der Niederlassung wie etwa die Initiative „Ziel und Zukunft“ der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) oder das Landarztförderprogramm des Sozialministeriums, die auch durchaus erfolgreich seien. „Darüber hinaus seien aber neue Ideen und innovative Konzepte gefragt, um insbesondere Studierende der Medizin für eine Tätigkeit als Landarzt zu gewinnen“, heißt es weiter.
Ein gutes Beispiel dafür ist nach Einschätzung des Hausärzteverbandes die TK-DocTour. Die TK-Landesvertretung ist derzeit mit zwölf Nachwuchsmedizinern unter der Devise „Smart am Start als Landarzt 4.0“ unterwegs in Baden-Württemberg. Auf dem Tourplan stehen neben vielfältigen Informationen zum Thema Praxisgründung auch mehrere Praxisbesuche, bei denen sich die Teilnehmer direkt mit niedergelassenen Ärzten austauschen können.
Seit mehreren Jahren zeige die TK jungen Medizinern auf diesem Wege die vielfältigen Chancen und Perspektiven, die mit einer hausärztlichen Tätigkeit auf dem Land verbunden seien, sagte Berthold Dietsche, erster Vorsitzender des Hausärzteverbandes Baden-Württemberg.
Aus Sicht der Ärzteorganisation Medi fehlen in ländlichen Regionen nicht nur Hausärzte. Der Mangel an Ärzten auf dem Land betreffe zunehmend auch die fachärztliche Versorgung, sagte Werner Baumgärtner, Vorstandsvorsitzender von Medi Baden-Württemberg. Er begrüße, dass die TK mit ihrer DocTour nicht nur für mehr Hausärzte auf dem Land werbe, sondern in den vergangenen Jahren zunehmend auch die fachärztliche Versorgung in Baden-Württemberg in den Blick nehme.
Nach Einschätzung der TK wird der Landarzt als Folge der Digitalisierung noch mehr als heute eine Schlüsselrolle im Gesundheitswesen einnehmen. „Neue Entwicklungen wie die Telemedizin machen den Landarzt nicht überflüssig, sondern geben ihm neue Hilfsmittel an die Hand“, erläuterte Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Das wolle man den Studierenden während der Tour vermitteln.
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