Ärztekammer Hessen gegen ein Bundesinstitut für Transplantationen
Frankfurt/M. – Forderungen nach dem Aufbau eines „Bundesinstituts für Transplantationen“ hat der Präsident der Landesärztekammer Hessen, Gottfried von Knoblauch zu Hatzbach, eine deutliche Absage erteilt. „Die komplexe Organisation des Organspendeablaufs ist eine ärztliche Aufgabe und muss in den Händen von Ärzten bleiben“, sagte er heute in Frankfurt. Der wesentliche Beitrag, den die Bundesärztekammer bei der Aufdeckung möglicher Manipulationen geleistet habe, zeige, dass dieses System funktioniere, so von Knoblauch zu Hatzbach.
Seitdem vor einem Jahr Manipulationsvorwürfe in Zusammenhang mit der Vergabe von Spenderorganen laut wurden, sind die Organspendezahlen deutlich zurückgegangen. So verzeichnet die Deutsche Stiftung für Organtransplantation (DSO) für das erste Halbjahr 2013 einen bundesweiten Rückgang der postmortalen Organspender von 18,3 Prozent.
„Die Verunsicherung der Bevölkerung aufgrund der Manipulationsvorwürfe ist nachvollziehbar“, sagte der hessische Kammerpräsident. Dennoch sei es eine Tatsache, dass die Transplantationsmedizin und das System der Organspende noch nie so sicher waren wie heute. Bei den vorgeworfenen Manipulationen handle es sich um „absolute Einzelfälle“, betonte er.
Jetzt seien Aufklärung und Transparenz auf der einen Seite und optimale Kontrollmechanismen auf der anderen Seite erforderlich, um das Vertrauen in die Organspende wieder zurückzugewinnen. Im vergangenen Jahr hätten Kliniken, Kammern und andere an der Organspende beteiligten Institutionen daher umfassende Maßnahmen zum Schutz der Organspender und -empfänger ergriffen und die Kontrollen verstärkt.
„Im August 2012 ist außerdem das geänderte Transplantationsgesetz in Kraft getreten, das die Beachtung des Mehraugen-Prinzips bei der Behandlung der Patientendaten garantiert“, so von Knobloch zu Hatzbach. Eine Vernetzung der DSO mit den Strukturen des öffentlichen Gesundheitswesens diene der besseren Koordination und solle die Wahrscheinlichkeit von Manipulationen weitgehend einschränken.
Noch verzeichneten Statistiken der Deutschen Stiftung Organtransplantation, dass alle acht Stunden ein Mensch in Deutschland sterbe, weil er oder sie ein dringend benötigtes Organ nicht bekomme. „Wir müssen noch intensiver als bisher über die Organspende und die Kriterien für die Vergabe von Spenderorganen informieren als bisher“, forderte von Knoblauch zu Hatzbach und appelliert eindringlich an die Organspendebereitschaft.
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