Ärztekammer Hessen will ethische Standards bei der Anwerbung von Gesundheitspersonal aus dem Ausland

Frankfurt am Main – Die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen fordert, bei der internationalen Rekrutierung von Gesundheitsfachkräften ethische Grundsätze einzuhalten und nicht zu einem Mangel an Fachkräften in den Herkunftsländern beizutragen.
Migration könne weltweit einen positiven Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung leisten, betonen die Delegierten. Positive Aspekte seien der Zugewinn von fachlichen Qualifikationen, der kulturelle Austausch und gegebenenfalls eine mögliche finanzielle Unterstützung der Familien in den jeweiligen Herkunftsländern.
Die negativen Auswirkungen der aktiven Anwerbung von staatlicher als auch von privater Seite müssten dabei jedoch soweit wie möglich reduziert werden. Die Migration dürfe nicht zum Nachteil der Gesundheitssysteme in den Herkunftsländern führen. Nach Auffassung der Delegiertenversammlung gehört hierzu auch, dass die Bundesregierung technische und finanzielle Unterstützung leistet, um die Gesundheitssysteme in den Herkunftsländern zu stärken. Das schließe auch die Entwicklung des Gesundheitspersonals ein.
Die Delegierten forderten das Präsidium der Landesärztekammer auf, sich hierfür auf Landes- und Bundesebene einzusetzen.
Auch Hilfsorganisationen warnen immer wieder vor den Konsequenzen einer Abwanderung von Gesundheitsfachkräften für die ärmeren Herkunftsländer – so etwa Brot für die Welt im Frühjahr dieses Jahres. „Die Coronapandemie hat den weltweiten Mangel an Gesundheitspersonal schonungslos offengelegt“, teilte die Organisation in Berlin mit. Die Länder des globalen Südens seien „Verlierer in diesem Wettstreit“. Infolgedessen werde der Wettbewerb um Fachkräfte im Gesundheitswesen zusätzlich angeheizt – auch von deutscher Seite, kritisierte das Hilfswerk.
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