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Aktion „Rauchfrei im Mai“ will zum Rauchstopp animieren

  • Montag, 27. April 2026
/Nopphon, stock.adobe.com
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Berlin – Hugo Egon Balder hat es „einfach so“ geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören. Und das nach 62 Jahren, in denen der Entertainer zwei bis drei Packungen Zigaretten am Tag rauchte, wie er heute bei der Veranstaltung zum Aktionsmonat „Rauchfrei im Mai“ im Bundesgesundheitsministerium in Berlin berichtete.

Nachdem seine Frau ihn eines morgens gefragt habe, ob er nicht mal mit dem ständigen Husten aufhören könne, habe es bei ihm Klick gemacht, berichtete der 1950 geborene Moderator und Kabarettist. „Rauchfrei im Mai“ ist eine bundesweite Mitmachaktion, bei der im Fokus steht 31 Tage im Mai rauchfrei zu bleiben – und so möglichst den Einstieg in ein dauerhaft rauchfreies Leben schaffen.

Zu der Aktion rufen der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, und das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) gemeinsam mit der Deutschen Krebshilfe und dem IFT(Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung)-Nord auf.

Einfach so mit dem Rauchen aufzuhören, wie der Entertainer Balder, schaffen nach Aussage von Johannes Nießen, kommissarischer Leiter des BIÖG nur zwei bis drei Prozent der Rauchstoppwilligen. Die meisten benötigten motivierende Angebote wie „Rauchfrei im Mai“ und auch den Einbezug des Umfelds. Im vergangenen Jahr haben Nießen zufolge mehr als 20.000 Menschen an der Aktion Rauchfrei im Mai teilgenommen. Für dieses Jahr hoffe er auf noch viel mehr Willige.

„Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko, circa 130.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen des Rauchens “, sagte der Bundesdrogenbeauftragte und Schirmherr der Rauchstopp-Aktion Streeck. Allein neun von zehn Lungenerkrankungen, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) und Lungenkrebs gingen auf die Folgen des Rauchens zurück.

„Die gute Nachricht ist, dass ein Rauchstopp nachweislich die Lungenfunktion verbessert und das Risiko schwerer Folgeerkrankungen wie Krebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall senkt“, erklärte der Arzt.

Nicht nur klassische Zigaretten, sondern auch E-Zigaretten und Vapes sind Streeck „ein Dorn im Auge“. Vor allem bei jungen Menschen nehme der Konsum von Vapes zu. Sie zielten mit süßen Geschmackrichtungen vor allem auf Jugendliche. Gerade die süßen Zusatzstoffe sollten seiner Ansicht nach für Jugendliche verboten werden.  

Der Herzchirurg und in den Sozialen Medien aktive Jasper Iske warb ebenfalls auf dem Podium für die Aktion „Rauchfrei im Mai“. Er wies darauf hin, dass Rauchen für das Herz schlecht sei und die Herzkranzgefäße bei Rauchern „beschissen aussehen“.

Gefragt, ob er auf seinen Kanälen Menschen bereits von einem Rauchstopp überzeugen konnte, wies der „Healthfluencer“ auf einen Beitrag hin, bei dem er auf den Zusammenhang von Rauchen und schlechter Potenz/Fertilität aufmerksam machte. Viele Menschen hätten kommentiert, dass sie darüber vorher nicht Bescheid gewusst hätten.

Ärztinnen und Ärzte können ihre Patienten auf die Aktion zum Rauchstopp hinweisen. Wer sich bis zum 30. April auf der Website www.rauchfrei-im-mai.de anmeldet und den Monat Mai erfolgreich ohne Nikotin durchhält, hat die Chance auf einen Geldpreis. Teilnehmende erhalten zusätzlich täglich Tipps und Motivationsnachrichten. Das BIÖG bietet darüber hinaus eine telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung an, unter der kostenlosen Rufnummer 0800/8313131.

PB

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