Ärzteschaft

Anästhesieverbände entwickeln Handlungsanweisungen zum Umgang mit sexualisierter Belästigung

  • Freitag, 25. September 2026
/Shawn Hempel, stock.adobe.com
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Kassel – Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA) wollen Handlungsanweisungen zum Umgang mit sexualisierte Belästigung, Grenzverletzungen und Machtmissbrauch am Arbeitsplatz entwickeln. Das kündigten die Verbände nach einer Veranstaltung zu dem Thema auf dem DGAI-Jahreskongress in Kassel an.

„Wir dürfen bei diesem Thema nicht wegsehen und nicht schweigen“, sagte die BDA-Präsidentin Grietje Beck. Es gehe darum, genauer hinzuschauen, Grenzverletzungen ernst zu nehmen und Strukturen zu schaffen, die Betroffene schützen und einen angemessenen Umgang mit Vorfällen ermöglichen.

Gerade Hierarchien und berufliche Abhängigkeiten könnten es Betroffenen erschweren, Grenzverletzungen anzusprechen oder Vorfälle zu melden. Führungskräfte hätten deshalb eine besondere Verantwortung, aufmerksam zu sein, Grenzverletzungen ernst zu nehmen und frühzeitig zu handeln.

DGAI und BDA wollen dazu beitragen, die Handlungssicherheit im Umgang mit solchen Situationen zu erhöhen. „Nicht immer sind Grenzüberschreitungen klar erkennbar. Es gibt eindeutige Fälle, aber auch Situationen, die schwieriger einzuordnen sind“, sagte der DGAI-Präsident Gernot Marx. Eine Aufgabe der Fachgesellschaft und des Berufsverbandes könne deshalb darin bestehen, Kliniken Orientierung und mögliche Wege im Umgang mit solchen Situationen aufzuzeigen.

Konkrete Ansatzpunkte dazu seien klare und möglichst niedrigschwellige Meldewege, ein verlässlicher und fairer Umgang mit gemeldeten Vorfällen sowie Orientierungshilfen für Führungskräfte und Kliniken. Zugleich brauche es eine Kultur, in der Grenzverletzungen wahrgenommen und angesprochen werden, hieß es aus den Verbänden.

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