Anstieg bei Gewebespenden verzeichnet

Hannover – Bei der Zahl der Gewebespenden hat es im vergangenen Jahr ein deutliches Plus gegeben. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Gewebetransplantation (DGFG) heute in Hannover mit.
Demnach konnten 4.201 Gewebespenden durchgeführt werden – eine Steigerung um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dabei werden meist mehrere Körperteile entnommen.
88 Prozent der Gewebespenden (3.709) fanden unabhängig von der Organspende nach dem Herz-Kreislauf-Tod statt. Der Anteil an Gewebespenden, die im Anschluss an eine Organspende erfolgen, ist mit 10,6 Prozent verhältnismäßig gering.
Das am häufigsten gespendete Gewebe ist mit 91 Prozent die Augenhornhaut: 8.139 Augenhornhäute gingen zur Aufbereitung in die zwölf Hornhautbanken im DGFG-Netzwerk ein.
Insgesamt konnte die DGFG im vergangenen Jahr 9.789 Menschen mit einem Gewebetransplantat versorgen. 6.345 Menschen erhielten ein Hornhauttransplantat, 204 eine Herzklappe, 111 ein Blutgefäß und 3.129 ein Amnionpräparat. Letzteres wird im Rahmen der Plazentaspende, einer Lebendgewebespende, bei einer geplanten Kaiserschnittgeburt gewonnen.
2025 erhielt die medizinische Fachgesellschaft nach eigenen Angaben 62.265 Meldungen potenzieller Spenderinnen und Spender. Im Rahmen von 12.161 Aufklärungsgesprächen stimmten 4.598 Menschen einer Gewebespende zu. Das entspricht einer Zustimmungsquote von 37,8 Prozent.
Noch immer treffen dabei laut DGFG zum Großteil die Angehörigen die Entscheidung anhand des mutmaßlichen Willens der Verstorbenen. Rund 31 Prozent der Verstorbenen haben ihren Willen zu Lebzeiten schriftlich dokumentiert oder mündlich mitgeteilt.
„Das ist noch immer zu wenig. Angehörige können in der Entscheidungsfindung nur entlastet werden, wenn der eigene Wille bekannt ist. Dazu genügt ein Gespräch in der Familie. Ein Eintrag im Organspende-Register oder ein ausgefüllter Organspendeausweis schaffen ebenfalls Klarheit“, sagte Martin Börgel, Geschäftsführer der DGFG.
Ab 1. Juni erhalten auch Ärztinnen und Ärzte der Gewebeeinrichtungen das Recht, das Organspenderegister abrufen zu dürfen. Das Register ist seit März 2024 für alle Menschen in Deutschland geöffnet. Bislang haben auf www.organspende-register.de 555.146 Menschen ihre Entscheidung digital hinterlegt. Das entspricht 0,6 Prozent der Gesamtbevölkerung in Deutschland.
Im Jahr 2025 erhielt die Vermittlungsstelle der DGFG 423 Anfragen für eine Herzklappe. Dabei konnte sie mit 204 zur Transplantation abgegebenen Herzklappen nur etwas weniger als die Hälfte der Anfragen bedienen. „An dieser Stelle wird der Mangel an humanem Spendergewebe ganz besonders deutlich“, sagte Börgel.
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