Ärzteschaft

Arbeit an Nationalen Versorgungsleitlinien wieder angelaufen

  • Donnerstag, 23. Oktober 2025
/natali_mis, stock.adobe.com
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Berlin – Die Arbeit an den Nationalen Versorgungsleitlinien (NVL) ist wieder angelaufen. Das haben die beiden neuen Herausgeber, die Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Medizinischer Fachgesellschaften (AWMF) und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi), heute bekannt gegeben.

Bis Ende des vergangenen Jahres war das NVL-Programm beim Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) angesie­delt. Das ÄZQ war jedoch zum 31. Dezember 2024 aufgelöst worden. Das hatte Sorgen ausgelöst, die Zukunft des NVL-Programms könne auf dem Spiel stehen.

Daraufhin war intensiv nach Lösungen gesucht worden, das NVL-Programm neu aufzustellen. Dies wurde nun in Kooperation von AWMF und Zi realisiert. Die operative Koordination und Redaktion des Programms erfolgt durch einen neu gegründeten Fachbereich des Zi und durch das Institut für Medizinisches Wissensmanagement (IMWi) der AWMF.

Die Kosten für das Programm tragen künftig das Zentralinstitut und die AWMF. Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), die zuvor das ÄZQ und damit auch die NVL finanziert hatten, fördern das NVL-Programm weiterhin finanziell. Sie übernehmen gemeinsam mit der AWMF die Schirmherrschaft des Programms.

Nach Aussage von Zi und AWMF sind nun die rechtlichen Fragen geklärt und alle Stellen besetzt worden. Auch die Gremien des NVL-Programms seien bereits zu ersten Sitzungen zusammengekommen, wie es hieß.

In den nächsten Wochen sollen die Leitliniengruppen neu zusammengestellt werden. Danach will man für alle existierenden Leitlinien aus dem NVL-Programm den Aktualisierungsbedarf erfassen und priorisieren.

Geplant ist, bereits begonnene Aktualisierungsprozesse schnellstmöglich wieder aufzunehmen. Außerdem soll die Internetseite reaktiviert werden, die zukünftig über www.nvl-programm.de erreichbar sein wird.

Ein Steuerungsausschuss soll zukünftig die im Methodenreport verankerten Prozesse operationalisieren und programmweit den Aktualisierungsbedarf aller Leitlinien des NVL-Programms sowie den Themenbedarf für NVL priorisieren.

Dies soll das NVL-Team dabei unterstützen, die Leitlinien künftig in jährlichen Zyklen aktualisieren zu können. Gebildet wird der Steuerungsausschuss aus den für die NVL-Themen relevantesten Fachgesellschaften sowie Vertretern von AWMF und Zi.

Ein Wissenschaftlicher Beirat soll dafür Sorge tragen, dass die hohe methodische Qualität der NVL gesichert und dass aktuelle methodische Entwicklungen berücksichtigt werden.

Der Beirat soll sich aus Fachleuten der evidenzbasierten Medizin, unter anderem vom Deutschen Netzwerk für evidenzbasierte Medizin (EbM), von der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AKdÄ) und von Cochrane Deutschland sowie einem Patientenvertreter zusammensetzen.

Das Programm für Nationale Versorgungsleitlinien geht auf eine im Jahr 2003 seitens BÄK, KBV und AWMF gegründete Initiative zur Erstellung qualitativ hochwertiger medizinischer Leitlinien zu häufigen Erkrankungen mit Fokus auf die interdisziplinäre und sektorenverbindende Versorgung in Deutschland zurück.

Ehrenamtlich Tätige einer Vielzahl medizinischer Fachgesellschaften und Patientenorganisationen erarbeiten dazu Empfehlungen für die Diagnostik und Behandlung von Volkskrankheiten wie etwa Diabetes, Bluthochdruck, Depression oder Kreuzschmerz.

may/EB

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