Ausland

Baby in Frankreich positiv auf Giftstoff Cereulid getestet

  • Freitag, 27. Februar 2026
/picture alliance, KEYSTONE, GIAN EHRENZELLER
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Paris – Nach dem Skandal um verunreinigte Babymilchprodukte ist in Frankreich erstmals ein Baby positiv auf den Giftstoff Cereulid getestet worden. Der Giftstoff sei in einer Stuhlprobe nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium in Paris heute mit. Ob ein ursächlicher Zusammenhang zwischen dem Toxin und den zurückgerufenen Babymilchprodukten besteht, muss demnach noch geklärt werden.

Das Testergebnis bestätige, „dass das betroffene Kind diesem Toxin ausgesetzt war“, erklärte das Ministerium. Es könne auch „die Symptome erklären“. Die behandelnden Ärzte des Babys sowie Toxikologen arbeiteten nun weiter daran, die Ursache der Vergiftung zu ermitteln.

Nähere Angaben zu dem betroffenen Baby machte das Ministerium nicht. Der Sender Radio France berichtete, es handele sich um ein Baby, das im Februar eine Nacht in einem Krankenhaus im südfranzösischen Montpellier verbracht habe, nachdem es Flaschenmilch aus Säuglingsmilchpulver des französischen Herstellers Danone getrunken hatte.

Mehrere Hersteller, darunter europäische Großkonzerne wie Nestlé, Danone und Lactalis, hatten seit Dezember in mehr als 60 Ländern weltweit Säuglingsnahrung zurückgerufen. Grund war die mögliche Verunreinigung der Produkte mit Cereulid, das Durchfall und Erbrechen verursachen kann.

Nach Angaben der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden in mindestens sieben europäischen Ländern Fälle von erkrankten Kleinkindern gemeldet.

Die Spur führt nach Angaben der EU-Behörden nach China: Cereulid wurde ihren Angaben zufolge erstmals im Dezember in Chargen von Präparaten nachgewiesen, die Arachidonsäureöl aus China enthielten. Arachidonsäure ist ein für Säuglinge wichtiger Nährstoff, der auch in Muttermilch enthalten ist. Der Giftstoff Cereulid kann entstehen, wenn Babynahrung oder die Zutaten zu lange warmgehalten oder wiederholt aufgewärmt werden.

afp

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