Politik

Baden-Württemberg startet Stipendienprogramm für Medizinstudierende

  • Montag, 16. April 2018
/dpa
/dpa

Stuttgart – Mit einem neuen Stipendienprogramm will das Land Baden-Württemberg dem Ärztemangel in unterversorgten Regionen entgegenwirken. „Wir wollen angehende Mediziner frühzeitig für eine ärztliche Tätigkeit im ländlichen Raum gewinnen. Der Beruf des Hausarztes ist weitaus attraktiver als sein Ruf“, sagte der Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) heute in Stuttgart. Die Landesregierung stelle dafür 300.000 Euro zur Verfügung.

Das Baden-Württembergische Fördermodell steht allen Studierenden des Studiengangs Humanmedizin offen, die an einer Hochschule im Bundesgebiet mindestens im siebten Fachsemester eingeschrieben sind. Die geförderten Studierenden müssen sich verpflichten, im Anschluss an das Studium die fachärztliche Weiterbildung in den ausgewiesenen baden-württembergischen Fördergebieten zu absolvieren und nach deren Abschluss eine hausärztliche Tätigkeit in diesen Fördergebieten aufzunehmen.

Programm greift später im Studium

„Medizinstudierende entscheiden sich in der Regel erst im späteren Verlauf des klinischen Abschnitts für eine ärztliche Spezialisierung und nicht bereits zu Beginn des Studiums – dem tragen wir mit dem Stipendienprogramm Rechnung “, sagte Lucha mit Blick auf die Landarztquote. Diese sieht vor, dass sich Studierende bereits vor dem Studium auf eine hausärztliche Tätigkeit auf dem Land festlegen.

Die monatliche Förderung durch das Baden-Württembergische Stipendium beträgt 300 Euro für die Dauer von maximal 24 Monaten. Hinzu kommen weitere Mittel für zusätzliche Fahrt- und Übernachtungskosten, um auch das Blockpraktikum im ländlichen Raum für Medizinstudierende attraktiver zu machen.

Das Stipendienprogramm wird vom Universitätsklinikum Heidelberg, Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, koordiniert. Für das Auswahlverfahren richtet das Universitätsklinikum Heidelberg eine Kommission aus den Universitäten Tübingen, Ulm, Freiburg, Mannheim und Heidelberg ein.

Neben der finanziellen Förderung sieht das Stipendienprogramm regelmäßige Vernetzungstreffen zwischen den Teilnehmern vor. „Wir wollen die angehenden Hausärzte auch inhaltlich auf die hausärztliche Tätigkeit vorbereiten. Vernetzung und Erfahrungsaustausch sind für eine nachhaltige hausärztliche Identitätsbildung unerlässlich“, sagte Lucha. 

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Baden-Württemberg hatte Mitte März angekündigt, wegen des Ärztemangels eigene Hausarztpraxen zu betreiben. 20 bis 30 solcher Praxen im Südwesten halte er für realistisch, sagte der KV-Vize Johannes Fechner. KV-Chef Norbert Metke sprach von einer „Notfall­maßnahme für einen begrenzten Zeitraum“. 

hil

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung