Bayerischer Ärztetag fordert Personalquoten für ärztlichen Dienst im Krankenhaus

München – Die Personalsituation in den Krankenhäusern ist angespannt. Die Delegierten des 76. Bayerischen Ärztetages forderten auf ihrer Tagung am Wochenende den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) auf, in Zusammenarbeit mit den medizinischen Fachgesellschaften und der Bundesärztekammer (BÄK) verbindliche Vorgaben für die ärztliche Personalausstattung der Kliniken zu beschließen.
Wichtig sei dabei, nicht nur die sichere und bedarfsgerechte Patientenversorgung zu berücksichtigen, sondern auch die ärztliche Weiterbildung. Die Kostenträger müssten zudem die Personalkapazitäten für die Lehre tragen, so die Delegierten. „Trotz nominalem Anstieg der Arztzahlen in deutschen Kliniken und aller Bemühungen um Messung und Bewertung der Behandlungsqualität ist unübersehbar, dass wichtige Aspekte ärztlicher Tätigkeit in deutschen Kliniken derzeit nicht in erforderlichem Ausmaß sichergestellt werden können“, heißt es in einer Entschließung des Bayerischen Ärztetages.
Mehr Pflegekräfte notwendig
Dringend erforderlich seien außerdem mehr Pflegekräfte in den Krankenhäusern. „Die im internationalen Vergleich ungünstigen Betreuungsschlüssel konterkarierten die ärztlichen Bemühungen um eine hohe Behandlungsqualität“, so die Delegierten. Die Qualität der Grund- und Behandlungspflege – wie auch diejenige anderer medizinischer Leistungen, wie der Physio-, Ergo- oder Logotherapie – entscheide mit über den Behandlungserfolg oder -misserfolg. Der 76. Bayerische Ärztetag rief daher alle Ärzte auf, diesbezügliche Forderungen der Pflegenden zu unterstützen.
In Bezug auf die nachfolgenden Ärztegenerationen forderten die Delegierten, die Wissenschaftlichkeit des Medizinstudiums zu erhalten und auszubauen. Angehende Ärzte benötigten für ihre spätere ärztliche Arbeit wissenschaftliche Kompetenzen. „Jeder Arzt muss in der Lage sein, die wissenschaftlichen Grundlagen des medizinischen Fortschritts und wissenschaftliche Publikationen zu verstehen, zu werten und für die eigene ärztliche Tätigkeit zum Wohle der Patienten zu nutzen“, so der Ärztetag.
Die Delegierten unterstützen daher ausdrücklich die Anstrengungen der bayerischen medizinischen Fakultäten, die Qualität der medizinischen Promotion durch strukturierte Promotionsprogramme als Teil der wissenschaftlichen Ausbildung zu verbessern. „Die hierfür erforderliche finanzielle Ausstattung muss seitens des Freistaates Bayern und der Länder sichergestellt werden“, so die Delegierten.
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