Bayern: Neues „Kompetenzcenter Pflege“ soll Versorgung sichern

Kronach – Ein neues Versorgungskonzept im bayrischen Landkreis Kronach soll helfen, die Menschen wohnortnah zu unterstützen. Das „Kompetenzcenter Pflege“ wurde heute eröffnet und wird mit etwa 2,8 Millionen Euro vom Gesundheitsministerium gefördert.
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach (CSU) nannte das Projekt „ein positives Beispiel dafür, wie ein Landkreis die pflegerische Versorgung vor Ort aktiv gestaltet“. 77 von 1.000 Menschen sind in der Region pflegebedürftig. Damit zählt der bayerische Landkreis zu den am stärksten vom demografischen Wandel betroffenen Deutschlands. Das „Kompetenzcenter Pflege“ soll nun zur zentralen Anlaufstelle für Pflegeanliegen werden.
Pflegebedürftige sowie Angehörige benötigten, so Gerlach, „schnell Orientierung und Hilfe“. Vor Ort könnten Bürgeranfragen zum Thema Pflege schnellstmöglich beantwortet werden.
„Gleichzeitig werden vorhandene Pflegeressourcen transparent aufgezeigt und die unterschiedlichen Akteure aus dem Pflegebereich besser mit den Kommunen vernetzt“, so die Ministerin. Das Projekt könne Vorbild und Vorreiter für viele Kommunen sein.
Pflegeberatung auch digital
Die Organisatoren setzen auf fünf zentrale Module. Das „Kompetenzcenter Pflege“ soll als erste Beratungs- und Koordinationsstelle dienen und Betroffene durch Informationsaustausch entlasten – am Telefon, persönlich oder digital. Für Letzteres kommt zudem ein Chatbot zum Einsatz, der die Erreichbarkeit sicherstellen soll, sodass Anliegen rund um die Uhr besprochen werden können. Gerlach begrüße, dass digitale Hilfsmittel sinnvoll genutzt würden, um Abläufe effizienter zu gestalten. Das spare wertvolle Zeit, die für die Pflege eingesetzt werden könne.
Zudem sollen im Kompetenzcenter digitale Technologien eingesetzt werden, um die Digitalisierung in der Pflege zu implementieren und weiter voranzutreiben. Dazu merkte die Ministerin bereits bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im September 2025 an: „Die gewonnenen Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung werden auch als Blaupause für weitere Landkreise zur Verfügung stehen.“
Das Kompetenzcenter möchte zudem in fünf Regionen des Landkreises Pflegelotsen einsetzen, die Betroffene persönlich zu Hause begleiten und sie unter anderem bei der pflegegerechten Wohnraumgestaltung unterstützen. Nicht zuletzt setzt das Projekt auf eine enge Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, um Fachkräfte langfristig zu sichern.
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