Digitaler ÖGD: Berlin, Baden-Württemberg und Bayern arbeiten kooperativ

Berlin – Seit dem 1. September arbeiten Berlin, Baden-Württemberg und Bayern gemeinsam an einer modular aufgebauten Fachanwendungslandschaft für den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD). Das Land Berlin ist der länderübergreifenden Kooperation „Einheitliches Digitales Ökosystem ÖGD (EDÖ²)“ beigetreten, die von Baden-Württemberg und Bayern initiiert wurde.
Im Rahmen der Vereinbarung entwickeln und betreiben die drei Länder die Plattform „ÖGDigital“, die in Baden-Württemberg bereits flächendeckend im Einsatz ist und aktuell in Bayern ausgerollt wird. Dass sich bestehende Module mitbenutzen lassen und neue Funktionen in abgestimmter Zusammenarbeit entstehen, soll dazu beitragen, Entwicklungs- und Betriebskosten zu reduzieren.
„Die Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist eine Daueraufgabe, die kein Land allein stemmen kann. Mit unserem Beitritt zur Kooperation stärken wir nicht nur den Berliner ÖGD, sondern machen ihn auch leistungsfähiger für ganz Deutschland“, erläuterte Ina Czyborra (SPD), Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege in Berlin. Indem man Synergien schaffe, spare man Ressourcen und setze auf eine nachhaltige Digitalisierung.
Der Beitritt Berlins ist das Ergebnis monatelanger Vorarbeit: Bereits im August 2025 unterzeichnete Berlin eine Absichtserklärung. Erste Tests mit dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) und vier Bezirken zur Anbindung an das Berliner Landesnetz verliefen erfolgreich, weitere folgen schrittweise.
Mit seinem klientenzentrierten Fallbearbeitungssystem „KliFaB“ steuert Berlin einen eigenen Baustein zur Länderkooperation bei. Ab 2027 soll das System die veralteten MS-Access-Lösungen in den zwölf Berliner Gesundheitsämtern ersetzen und zentrale Prozesse digital abbilden.
Dies umfasst unter anderem die Falldokumentation, das Termin- und Dokumentenmanagement sowie das Berichtswesen in den Sozialpsychiatrischen Diensten (SpD) und den Kinder- und Jugendpsychiatrischen Diensten (KJPD).
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) betonte, ein leistungsfähiger Öffentlicher Gesundheitsdienst sei der Schlüssel für einen nachhaltigen Schutz der Gesundheit der Bevölkerung.
„Zentral ist dabei, dass wir deutschlandweit ein einheitliches Digitales Ökosystem entwickeln und nicht jedes Land auf Insellösungen setzt. Ich freue mich deshalb, dass unsere Kooperation mit Baden-Württemberg ausgeweitet und damit die ämter- und länderübergreifende Zusammenarbeit gestärkt wird“, so Gerlach.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: