Bericht: Deutschland droht Klimaziel 2026 zu verfehlen

Berlin – Deutschland droht nach einem Medienbericht sein Klimaziel im laufenden Jahr zu verfehlen. Zu diesem Ergebnis kommt die Denkfabrik Agora Energiewende in vorläufigen Schätzungen, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Das Bundesumweltministerium wies die Berechnungen als verfrüht zurück.
Dem FAZ-Bericht zufolge ist Deutschlands Ausstoß an Treibhausgasen im ersten Halbjahr trotz hoher Energiepreise nur leicht gesunken, und zwar um 7 auf 327 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Zur besseren Vergleichbarkeit werden andere Treibhausgase in diese Recheneinheit umgerechnet.
Sollte sich der Emissionsrückgang bis Jahresende in diesem Tempo fortsetzen, werde Deutschland sein Klimaziel für 2026 verfehlen, sagt Agora Energiewende demnach voraus. Dabei seien übliche Schwankungen im Jahresverlauf berücksichtigt, erklärte die Denkfabrik auf Nachfrage.
Im laufenden Jahr darf die Bundesrepublik laut Klimaschutzgesetz rund 625 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausstoßen. Den Schätzungen zufolge würde Deutschland diesen Wert um zehn Millionen Tonnen überschreiten, schreibt die FAZ.
Eine belastbare Bilanz zu den Emissionen gebe es erst im März 2027, wenn das Umweltbundesamt seine Klimabilanz für das laufende Jahr veröffentliche, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.
„Für eine belastbare, solide Bewertung der Treibhausgasemissionen des Jahres 2026 ist es heute noch zu früh.“ Wichtige Entwicklungen wie die Stromproduktion durch erneuerbare Energien, das Wetter und die wirtschaftliche Entwicklung ließen sich erst zum Jahresabschluss seriös bewerten. Unterjährige Schätzungen und Hochrechnungen seien aber wichtige Hinweise.
Daneben habe die Bundesregierung im Frühjahr ein neues Klimaschutzprogramm beschlossen, das maßgeblich zur Zielerreichung beitragen werde, unter anderem durch die Förderung der Elektromobilität und den Ausbau der Windenergie an Land.
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