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Bevölkerung unterschätzt persönliches Krebsrisiko

  • Dienstag, 13. Oktober 2026
/motortion, stock.adobe.com
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Heidelberg – In der Bevölkerung wird das persönliche Krebsrisiko häufig unterschätzt – gleichzeitig bestehen Wissenslücken über Krebsursachen und Krebsrisikofaktoren. Das berichtet eine Arbeitsgruppe vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) im Fachmagazin Forum (2026, DOI: 10.1007/s12312-026-01616-4). 

Die Forschenden befragten in einer bevölkerungsrepräsentativen Erhebung 1.581 Personen ab 16 Jahren. Die Befragung erfasste unter anderem das subjektive Krebsrisiko, die Selbsteinschätzung von Gesundheitszustand und Lebensweise, die Nutzung von Früherkennungsangeboten sowie Informationsverhalten und Informationsinteressen. Objektives Wissen wurde nicht erhoben.

Es zeigte sich: Nur zwölf Prozent der Menschen in Deutschland schätzen ihr persönliches Krebsrisiko als eher oder sehr hoch ein – dabei erhält tatsächlich fast jeder Zweite in Deutschland im Laufe seines Lebens eine Krebsdiagnose. Gleichzeitig fühlen sich 61 Prozent gut oder sehr gut über Krebsvorbeugung und 62 Prozent über Krebsfrüherkennung informiert.

Zwei Drittel bezeichneten ihre Lebensweise als gesund oder sehr gesund. Zugleich berichtete ein erheblicher Anteil über Bewegungsmangel, Übergewicht sowie regelmäßigen Alkohol- oder Tabakkonsum. 

Früherkennungsangebote nutzten nach eigenen Angaben 42 Prozent regelmäßig und 23 Prozent sporadisch. Als Gründe für eine Nichtteilnahme nannten die Befragten unter anderem eine geringe wahrgenommene Gefährdung, fehlende Motivation, Informationsdefizite und Angst vor einem Befund oder der Untersuchung. 

Wer sich besser informiert fühlte, bewertete seine Lebensweise häufiger als gesund und nutzte Früherkennungsangebote eher. 

Zwei Drittel der Befragten wünschten sich weitere Informationen oder Beratung. Ärztinnen und Ärzte waren die wichtigste bisherige Informationsquelle und die bevorzugte Anlaufstelle für weitere Auskünfte.

„Information ist wichtig, aber nicht ausreichend, um Verhaltensänderungen zu bewirken. Für wirksame Prävention reicht es deshalb vermutlich nicht, allgemeines Wissen zu vermitteln. Entscheidend ist, den Bezug zum eigenen Risiko und zum eigenen Verhalten herzustellen“, betonte Ursula Will, eine der Autorinnen der Studie.

hil

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