BfArM erweitert Informationsangebot zu Lieferengpässen

Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat erstmals eine Liste mit Wirkstoffen veröffentlicht, die im Zusammenhang mit der Versorgung der Bevölkerung als besonders relevant angesehen werden. Das hat das Institut heute bekannt gegeben. Diese Liste sei für die Bundesoberbehörden wichtig, um zwischen gemeldeten Lieferengpässen von Arzneimitteln mit und ohne Versorgungsrelevanz unterscheiden zu können, heißt es vom BfArM.
Die Liste enthält Wirkstoffe für verschreibungspflichtige Arzneimittel und beruht maßgeblich auf den Vorschlägen der medizinischen Fachgesellschaften unter Berücksichtigung der WHO-Liste der essenziellen Wirkstoffe. Die Veröffentlichung der Liste wurde vom Jour fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen empfohlen. Das BfArM kündigte zugleich an, dass Arzneimittel von der Liste künftig einer besonders engmaschigen behördlichen Überwachung unterliegen.
Darüber hinaus hat das BfArM das Verfahren zur Veröffentlichung von Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland umgestellt. Ein neues Formular soll unter anderem die automatisierte Weiterverarbeitung der Meldungen ermöglichen, die dann auf der Internetseite des BfArM abgebildet werden. Sie bietet erweiterte Such- und Sortierfunktionen, wie die Suche nach Arzneimittelbezeichnungen, ATC-Code und Wirkstoffen. Auch der Export von Daten ist möglich.
Die Übersicht zu aktuellen Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland soll der Behörde zufolge künftig auch die Meldungen zu Lieferengpässen beinhalten, die von den Zulassungsinhabern an die Krankenhäuser zu melden sind. „Auf diese Weise wird mehr Transparenz zur Versorgungslage für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der stationären Versorgung geschaffen und den Krankenhäusern beispielsweise die Möglichkeit gegeben, ihre Bevorratung besser zu planen“, heißt es vom BfArM.
„Die jetzt vorgenommenen Änderungen sind auch ein Beleg dafür, dass der konstruktive Austausch im Jour fixe zu sehr realen Ergebnissen führt“, erklärte Michael Horn, Leiter der Zulassungsabteilung 1 im BfArM, in der die Informationen über die Lieferengpässe zusammenlaufen. Die Listen der versorgungsrelevanten Wirkstoffe und der Wirkstoffe mit einem erhöhten Versorgungsrisiko seien eine wichtige Grundlage dafür, Lieferengpässen differenziert begegnen zu können.
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