Politik

BfArM erweitert Informationsangebot zu Lieferengpässen

  • Donnerstag, 4. Mai 2017
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Bonn – Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat erst­mals ei­ne Liste mit Wirkstoffen veröffentlicht, die im Zusammenhang mit der Versorgung der Be­völkerung als besonders relevant angesehen werden. Das hat das Institut heute bekannt gegeben. Diese Liste sei für die Bundesoberbehörden wichtig, um zwi­schen ge­meldeten Liefereng­pässen von Arzneimitteln mit und ohne Versorgungsrelevanz unter­scheiden zu können, heißt es vom BfArM.

Die Liste enthält Wirkstoffe für verschreibungspflich­tige Arznei­mittel und be­ruht maßgeb­lich auf den Vorschlägen der medizinischen Fach­ge­sellschaften unter Be­rück­sichtigung der WHO-Liste der essenziellen Wirkstoffe. Die Ver­öffentlichung der Liste wurde vom Jour fixe zu Liefer- und Versorgungs­eng­päs­sen em­pfohlen. Das BfArM kündigte zu­gleich an, dass Arzneimittel von der Liste künftig einer besonders eng­ma­schigen behörd­lichen Überwachung unter­lie­gen.

Darüber hinaus hat das BfArM das Verfahren zur Veröffentlichung von Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland umgestellt. Ein neues Formular soll unter anderem die automatisierte Weiterverarbeitung der Meldungen ermöglichen, die dann auf der In­ternetseite des BfArM abgebildet werden. Sie bietet erweiterte Such- und Sortierfunkti­o­nen, wie die Suche nach Arzneimittelbezeichnungen, ATC-Code und Wirkstoffen. Auch der Export von Daten ist möglich.

Die Übersicht zu aktuellen Lieferengpässen für Humanarzneimittel in Deutschland soll der Behörde zufolge künftig auch die Meldungen zu Lieferengpässen beinhalten, die von den Zulassungsinhabern an die Krankenhäuser zu melden sind. „Auf diese Weise wird mehr Transparenz zur Versorgungslage für verschreibungspflichtige Arzneimittel in der stationären Versorgung geschaffen und den Krankenhäusern beispielsweise die Möglichkeit gegeben, ihre Bevorratung besser zu planen“, heißt es vom BfArM.

„Die jetzt vorgenommenen Änderungen sind auch ein Beleg dafür, dass der konstruktive Austausch im Jour fixe zu sehr realen Ergebnissen führt“, erklärte Michael Horn, Leiter der Zulassungsabteilung 1 im BfArM, in der die Informationen über die Lieferengpässe zusammenlaufen. Die Listen der versorgungsrelevanten Wirkstoffe und der Wirkstoffe mit einem erhöhten Versorgungsrisiko seien eine wichtige Grundlage dafür, Liefereng­päs­sen differenziert begegnen zu können.

EB

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