Biotechnologie: Roadmap der Bundesregierung vorgelegt

Berlin – Das Bundeskabinett hat gestern die Roadmaps für die Schlüsseltechnologien der Hightech Agenda Deutschland (HTAD) vorgestellt. Als zentrales innovationspolitisches Vorhaben der Bundesregierung soll die Agenda zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und technologischer Souveränität beitragen – unter anderem auch im Bereich der Biotechnologie.
„Biotechnologie und Künstliche Intelligenz sind Schlüsseltechnologien für die Medizin der Zukunft. Sie eröffnen neue Möglichkeiten, innovative Arzneimittel schneller und zielgerichteter zu entwickeln sowie lebensbedrohliche Erkrankungen früher zu erkennen und zu behandeln“, erklärte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU).
Mit der Hightech-Agenda Deutschland schaffe man die Voraussetzungen, damit diese Potenziale stärker in Forschung und Versorgung genutzt werden können, so Warken. Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft, Forschung und Versorgung stärke man Prävention und Resilienz im Gesundheitswesen.
Die Hightech Agenda Deutschland verfolgt im Bereich der Biotechnologie unter anderem das Ziel, bis 2028 die erste mRNA-Krebsimmuntherapie zur Zulassung zu bringen, die individuell auf den Tumor des einzelnen Patienten zugeschnitten ist.
Zudem soll ein Translationszentrum für Gen- und Zelltherapien, welches das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) mit bis zu 100 Millionen Euro bis 2035 unterstützt, bis zu 20 Start-ups die parallele Arbeit an neuen Therapien ermöglichen.
Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) begrüßte, dass mit der Roadmap Biotechnologie zentrale Zukunftsfelder der Gesundheitswirtschaft adressiert werden.
„Als Branchenverband der Diagnostika-Hersteller und der Life-Science-Research-Industrie hat sich der VDGH mit vielfältigen Vorschlägen zur Umsetzung der HTAD eingebracht. Industrie und Wissenschaft müssen Hand in Hand gehen, um Deutschland als Spitzenstandort für die Gesundheitsforschung zu etablieren“, betonte Martin Walger, Geschäftsführer des VDGH.
Der VDGH unterstütze insbesondere das Ziel, Deutschland bei der Erforschung und Entwicklung von Gen- und Zelltherapien international führend zu positionieren. Zu begrüßen sei auch, dass die Hightech Agenda Deutschland mit dem Pharma- und Medizintechnikdialog der Bundesregierung zusammengedacht werde. „Die Bundesregierung setzt mit der Hightech Agenda den richtigen Akzent. Damit daraus Standortstärke entsteht, braucht es verlässliche Förderung, praktikable Regulierung und bessere Wege in die Versorgung“, so Walger.
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