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Forschungsgemeinschaft richtet neue Sonderbereiche ein

  • Dienstag, 19. Mai 2026
/Supapich, stock.adobe.com
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Bonn – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein – sieben von ihnen im Bereich der Lebenswissenschaften und Medizin. Die neuen Verbünde werden ab Oktober 2026 zunächst für drei Jahre und neun Monate mit insgesamt rund 170 Millionen Euro für alle 13 neuen SFB gefördert.

SFB sollen die Bearbeitung innovativer, anspruchsvoller und langfristig konzipierter Forschungsvorhaben im Verbund ermöglichen und damit der Schwerpunkt- und Strukturbildung an den antragstellenden Hochschulen dienen. Sie werden maximal zwölf Jahre gefördert. Insgesamt unterstützt die DFG ab Oktober 2026 260 solcher Verbünde. 

Der SFB „Weichgewebe-Alveolarknochen Crosstalk – Einfluss systemischer Erkrankungen auf die Mechanismen des parodontalen Remodellings“ widmet sich der Frage, wie sich systemische Erkrankungen auf die Gesundheit des Zahnhalteapparats auswirken – und umgekehrt. Sprecher ist Michael Wolf von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen.

Der interdisziplinäre SFB „Carddiab – Herz-Diabetes-Crosstalk“ nimmt die in diesem Zusammenspiel zentralen Organe wie Darm, Fettgewebe, Leber und Knochenmark in den Blick. Mithilfe von Methoden wie Magnetresonanzbildgebung, Metabolit-Tracing und Multi-Omics-Analysen soll charakterisiert werden, wie sich der Übergang von einem gesunden Stoffwechsel zum Prädiabetes und schließlich zu einem manifesten Diabetes-Typ-2 vollzieht. Sprecherin ist Maria Grandoch von der Universität Düsseldorf. 

Der SFB „Frühe Tumordynamik in der Melanomtherapie“ konzentriert sich auf den schwarzen Hautkrebs. Durch die Kombination von präklinischer Grundlagenforschung, patientenbasierten Omics-Analysen, Biomarkern und computergestützten Modellierungsansätzen soll die Grundlage für die Entwicklung therapeutischer Strategien gelegt werden, die sich gegen Resistenzen richten. Sprecher ist Alexander Rösch von der Universität Duisburg-Essen. 

Der SFB/Transregio „Smart: spezifisches mRNA-Targeting“ möchte im Verbund einen universell einsetzbaren Werkzeugkasten entwickeln, der es erlaubt, beliebige RNA-Moleküle innerhalb der Zelle zu modulieren. Ziel ist es, durch die Erforschung der strukturellen Plastizität von mRNA zielgerichtet auf individuelle RNA-Moleküle einzuwirken und damit den Zusammenhang von RNA-Struktur und Funktion in der Zelle besser zu verstehen. Sprecher ist Harald Schwalbe von der Universität Frankfurt. Die Universität Marburg gehört ebenfalls zu den Antragstellenden. 

Der SFB „Virusrevolution: Decodierungswerkzeuge für die Virusforschung“ bringt die drei Forschungsfelder Virologie, Bioinformatik und Photonik zusammen, um tiefere Einblicke in Virusgenome, in die Morphologie der Viren und Zielzellen sowie ihre Anpassungsstrategien, Evolution und die Virus-Wirt-Interaktionen zu erhalten. Ziel ist es, die Risiken durch bestimmte Viren, ihre Virulenz und Pathogenität besser vorhersagen zu können. Sprecherin ist Manja Marz von der Universität Jena. 

Der SFB/Transregio „Dynamiken von immunologischer, glialer und neuronaler Netzwerkinteraktion“ erforscht das Gehirn als ein integriertes System aus neuronalen, glialen und immunologischen Netzwerken, die gemeinsam die Gehirnfunktion, aber auch deren Störungen steuern. Ziel ist es, Krankheitsverläufe zuverlässiger vorherzusagen und durch ein tiefes Verständnis der Netzwerkinteraktionen Neurodegeneration, kognitiven Abbau und psychische Beeinträchtigungen besser behandeln zu können. Sprecher ist Stefan Bittner von der Universität Mainz. Die Universität Münster gehört ebenfalls zu den Antragstellenden. 

Der SFB „Das Zusammenspiel von Thrombose und Inflammation – Translation molekularer Mechanismen in klinische Applikationen (Intrac)“ will die Mechanismen der Interaktion zwischen Thrombose und Inflammation aufklären. So sollen langfristig Diagnostik sowie gezielte Vorsorge und Behandlung thromboinflammatorischer Erkrankungen möglich werden. Sprecher ist Steffen Massberg von der Ludwigs-Maximilians-Universität München. 

hil

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