Blockadepolitik der Kassen schwächt Gesundheitsstandort Hessen
Frankfurt/M. – Der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) hat die „Blockadepolitik“ der Kostenträger im aktuellen Honorarstreit erneut kritisiert. „Es ist nicht nachzuvollziehen, was die hessischen Krankenkassen mit ihrer Honorarpolitik bezwecken. Was sie in jedem Fall erreichen, ist eine nachhaltige Schwächung des Gesundheitsstandortes Hessen“, betonten die KVH-Vorstandsvorsitzenden Frank Dastych und Günter Haas.
So zöge es niedergelassene Ärzte aufgrund der deutlich höheren Honorare verstärkt nach Bayern und Baden-Württemberg, während Hessen ins Hintertreffen gerate. Schließlich seien die Honorare dort bereits in der Vergangenheit deutlich geringer gestiegen als im Rest der Republik: Im Vergleich zu den durchschnittlichen Honorarsteigerungen von fast 3,6 Prozent, seien die hessischen Honorare zwischen 2010 und 2011 weniger als ein Prozent gestiegen. „Berücksichtigt man die Inflationsrate, haben die hessischen Ärzte und Psychotherapeuten also noch Geld mitgebracht, um ihre Patienten zu versorgen“, monierten die KV-Chefs.
Die KVH konnte sich bislang mit den Krankenkassen im Land auf keinen Honorarvertrag für 2013 einigen und hatte deshalb Anfang Mai das Schiedsamt angerufen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: