Blutgefäße steuern Makrophagen zur eigenen Regeneration
Hannover – Geschädigte Arterien können auf ihrer Innenseite ein Signalmolekül präsentieren, das die Verwandlung bestimmter einwandernder Entzündungszellen (Monozyten) in spezialisierte Makrophagen steuert. Sie reparieren die Arterien und fördern deren Wachstum. Das berichten Wissenschaftler um Florian Limbourg aus der Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) im Fachjournal Nature Communications (doi: 10.1038/s41467-017-00953-2).
Eine Ischämie in einem Organ kann bekanntlich das Gewebe und die Blutgefäße selbst schädigen. Das Immunsystem reagiert darauf üblicherweise mit einer Entzündung. Diese verläuft jedoch oft unkontrolliert und verstärkt so die Schädigung des Gewebes. Die Hannoveraner Wissenschaftler berichten nun, dass die Blutgefäße ihre eigene Regeneration fördern, indem sie die Entstehung spezieller Reparaturzellen steuern.
Ist dieser Signalprozess gestört, verwandeln sich einwandernde Monozyten in agressive Fresszellen, die die Entzündung anheizen und die Gefäßreparatur verhindern. „Die Blutgefäße erziehen die Entzündungszellen so, dass Regeneration stattfinden kann“, erläutert Limbourg. Dafür bauen die Endothelzellen an der Innenseite der Blutgefäße ein Signal in ihre Zellmembran ein, den „Notch Liganden Delta-like 1“. Dieser aktiviert einen spezifischen Rezeptor namens „Notch2“, der dann die Reifung von Monozyten in Reparaturzellen steuert.
Die Forscher konnten die Reparaturzellen laut der Arbeit im Reagenzglas züchten. „Wir hoffen, durch diese Entdeckung neue zellbasierte Therapiestrategien für kritische Durchblutungsstörungen entwickeln zu können“, hieß es aus der Arbeitsgruppe.
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