Medizin

Enzym MK2 zentraler Schalter der Immunantwort

  • Freitag, 29. September 2017

Hannover/Hamburg – Die Entzündungsreaktion nach einer Verletzung oder Infektion muss streng reguliert werden. Fällt sie zu stark oder lang aus, können Krankheiten wie eine Blutvergiftung, entzündliche Darmerkrankung oder Krebs die Folge sein. Wissenschaftler der medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun zusammen mit Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf einen zentralen Schalter dieses Geschehens gefunden und charakterisiert: das Enzym MK2. Ihre Arbeit ist in der Fachzeitschrift Nature Cell Biology erschienen (2017; doi: 10.1038/ncb3614).

Die Wissenschaftler um Manoj Menon und Matthias Gaestel vom Institut für Zellbio­chemie erläutern darin, wie das Enzym MK2 das Entzündungsgeschehen reguliert: „Es phosphoryliert das sogenannte TNF-Rezeptor-interacting-Protein (RIPK1), wenn bei einer Entzündungsreaktion bakterielle Hüllbestandteile oder der Botenstoff Tumornekrosefaktor auf eine Zelle einwirken“, erläuterte Gaestel. Ist RIPK1 auf diese Weise verändert, dann kann es nicht mehr dazu beitragen, dass die Makrophagen sterben. „Somit befähigt MK2 die Makrophagen unter Entzündungsbedingungen weiterzuleben“, so Gaestel.

Der beschriebene Mechanismus ist für die Entwicklung von Medikamenten gegen überschießende Entzündungsreaktionen wichtig, aber auch für solche gegen Krank­heitserreger, beispielsweise Bakterien der Gattung Yersinia. Diese Erreger der Pest und verschiedener Darmerkrankungen hemmen MK2. Dazu injizieren sie Proteine in die Makrophagen, wodurch diese sterben und sich die Bakterien weiter vermehren können.

hil

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