Vermischtes

Brandenburg: Christliche Krankenhäuser wollen Planungssicherheit

  • Montag, 23. März 2026
/ATRPhoto, stock.adobe.com
/ATRPhoto, stock.adobe.com

Potsdam – Verlässlichkeit und Planungssicherheit bei den anstehenden Krankenhausreformen und einen zuverlässigen finanziellen Ausgleich für Inflations- und Tarifsteigerungen haben Brandenburgs christliche Krankenhäuser gefordert.

„Wenn wir das wirtschaftliche Überleben der Krankenhäuser bis zum Greifen der Krankenhausplanung sichern wollen, brauchen wir eine zuverlässige Inflations- und Tarifpreisregelung über das Jahr 2026 hinaus“, sagte der Regionalgeschäftsführer der Alexianer, Alexander Mommert, bei einem Gespräch mit Vertretern des „Verbunds christlicher Kliniken“ in der Potsdamer Landespressekonferenz.

Dass die Kliniken seit November 2025 einen Rechnungsaufschlag von 3,45 Prozent erhielten, habe ihnen geholfen. Aber diese Regelung laufe schon im Oktober wieder aus. Insgesamt gehören 15 evangelische und katholische Krankenhäuser in Brandenburg zum „Verbund christlicher Kliniken“. Sie behandeln rund 185.000 Patienten pro Jahr.

„Wir bekommen keine Zuschüsse durch Städte, Kommunen oder Kreise, wie es bei defizitären kommunalen Häusern der Fall ist“, sagte Mommert. Bei den anstehenden Krankenhausreformen müssten aus Sicht des Verbunds „strukturell wichtige, aber wirtschaftlich herausfordernde“ Bereiche, wie die Geburtshilfe oder die Kinder- und Jugendmedizin, besonders in den Blick genommen werden.

„Als Christliche Kliniken sehen wir die Notwendigkeit für Veränderungen und wir unterstützen die Reformen“, so Mommert. „Aber ohne diese stabilen Finanzierungen wird die massive Transformation nicht möglich sein.“

Voraussichtlich am kommenden Freitag wird das Gesetz zur Anpassung der Krankenhausreform auf der Tagesordnung des Bundesrates stehen. Für die christlichen Träger in Brandenburg sei es aber weiter problematisch, dass noch immer nicht klar sei, welche Leistungsgruppen welche Krankenhäuser künftig anbieten könnten.

„Das führt zu einer Situation, in der viele Kliniken nicht wissen, welche Rolle sie künftig im Versorgungssystem in Brandenburg einnehmen sollen“, sagte Mommert. „Statt einem klaren Kurs müssen wir weiter im Nebel und auf Sicht fahren.“

Dies führe zur Zurückhaltung bei Investitionen, zu strategischer Unsicherheit und zur Verunsicherung der Mitarbeiter in einer ohnehin angespannten Personalsituation. „Wir operieren weiter am offenen Herzen, mit unklarem Ausgang und vor allem auf dem Rücken unserer Mitarbeiter.“

Der Geschäftsführer des Evangelischen Diakonissenhauses Teltow, Hans-Ulrich Schmidt, erinnerte daran, dass die Sicherstellung von Versorgung auch „demokratiesichernd“ sei, insbesondere im ländlichen Raum. Die Krankenhäuser des Diakonissenhauses, die eher in kleineren Städten angesiedelt sind, stünden der Transformation etwa durch eine Ambulantisierung von Leistungen oder die Umwandlung in Fachkrankenhäuser offen gegenüber.

„Wichtig ist aber, dass die Reformmaßnahmen letzten Endes auch zur Realität eines Flächenlandes wie Brandenburg passen“, sagte die Geschäftsführerin des Immanuel-Herzzentrums Bernau, Verena Plocher.

Dies gelte besonders für die Mindestvorhaltezahlen, die zum Ende des Jahres veröffentlicht werden sollen. Kleine Krankenhäuser im Land würden bei vielen Leistungen auf geringere Fallzahlen kommen, als Kliniken in Ballungsgebieten. Nötig sei auch eine Öffnung für standortübergreifende Lösungen.

benl

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung