Brandenburg: Landärzteprogramm jetzt bei Landesamt angesiedelt

Potsdam – Brandenburgs Landärztestipendien werden künftig vom Landesamt für Soziales und Versorgung (LASV) vergeben. Das teilten das Brandenburger Gesundheitsministerium, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB), die das Programm bisher unter ihren Fittichen hatte, und das LASV heute in Potsdam mit.
Mit dem Landärzteprogramm werden Stipendien an Studierende der Humanmedizin vergeben, die sich verpflichten, nach ihrem Studium und ihrer fachärztlichen Weiterbildung für eine Dauer von mindestens fünf Jahren in ländlichen Regionen Brandenburgs tätig zu werden.
Die Höhe der Zuwendung beträgt jeweils 1.000 Euro monatlich und kann bis zum Bestehen des Dritten Abschnitts der Ärztlichen Prüfung, jedoch längstens für 75 Monate (Regelstudienzeit), gewährt werden.
„Das Landärzteprogramm ist ein wichtiges und wirksames Instrument, um die ambulante Versorgung in allen Regionen zu sichern“, sagte Gesundheitsministerin Britta Müller (BSW). Die KVBB habe die Strukturen aufgebaut und das Stipendium erfolgreich etabliert.
Das Programm ist über die Jahre aber immer umfangreicher geworden. 2023 hatte auch der Landesrechnungshof die Umsetzung des Programms durch die KV kritisiert. „Mit der Übergabe an das LASV schaffen wir dauerhaft verlässliche Verwaltungsstrukturen“, so Müller.
Der stellvertretende Vorsitzende der KVBB, Stefan Roßbach-Kurschat, betonte, dass sich die KV nicht aus der Unterstützung von Nachwuchskräften zurückziehe. „Wir unterstützen individuell, schaffen wertvolle Netzwerke und machen den Nachwuchs fit für die Niederlassung“, so Roßbach-Kurschat. „Unser Ziel bleibt unverändert: Eine starke ärztliche Versorgung für ganz Brandenburg.“
Seit dem Jahr 2019 wurden nach Angaben des Ministeriums bislang 250 Stipendien im Umfang bewilligt, davon 18 im Wintersemester 2025/2026. 24 geförderte Ärztinnen und Ärzte befinden sich bereits in der Facharztweiterbildung in Brandenburg. Mit der Fortschreibung des Programms für 2025 und 2026 hat das Land bis Ende 2032 etwa 18 bis 20 Millionen Euro für die Förderung aufgewendet.
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