Ärzteschaft

Brandenburgs Vertragsärzte: Mehr Unterstützung für ambulantes System notwendig

  • Mittwoch, 21. Januar 2026
/rogerphoto, stock.adobe.com
/rogerphoto, stock.adobe.com

Potsdam – Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) hat die Vertreter von SPD und CDU, die derzeit über die Bildung einer neuen Regierung in Potsdam verhandeln, zu mehr Unterstützung für das ambulante System aufgerufen. Die Lage der ambulanten Versorgung sei ernst, heißt es in einer Erklärung der KVBB, die heute in Potsdam veröffentlicht wurde.

„Die Krankenhausreform wird die Patientenströme in Brandenburg massiv verschieben“, schreibt die KVBB. „Wenn Betten abgebaut werden, landen die Menschen in unseren Praxen.“ Das geschehe in einer Zeit, in der Ärztemangel, gedeckelte Budgets und überbordende Bürokratie die ambulanten Strukturen ohnehin bis an die Belastungsgrenze forderten.

In einem Drei-Punkte-Plan forderte die KVBB den Einsatz der Landesregierung für eine vollständige Entbudgetierung. „Budgetdeckel und Honorar-Obergrenzen müssen fallen, damit zusätzliche Arbeit auch voll bezahlt wird“, heißt es.

Darüber hinaus müsse das Land muss die ambulante Weiterbildung massiv fördern und das Landärztestipendium dauerhaft absichern. „Nur so erzeugen wir den „Klebeeffekt“, der unsere Versorgung für die nächste Generation rettet.“ Die ambulanten Mediziner drängten zudem auf ein „echtes Mitspracherecht bei jeder Reform“. Die KVBB sei die einzige Institution, die per Gesetz zur Versorgung verpflichtet sei.

SPD und CDU in Brandenburg hatten in ihren Landesvorständen am vergangenen Freitag jeweils einstimmig die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen beschlossen. Der Bereich Gesundheit wird dabei von zwei Arbeitsgruppen mit verhandelt, die sich unter der Leitfrage „Wie bleibt Brandenburg in allen Landesteilen lebenswert – mit einer verlässlichen, flächendeckenden Gesundheitsversorgung, guter Pflege und kulturellen Angeboten?“ treffen.

Für die SPD nehmen der Fraktionsvorsitzende Björn Lüttmann und die Landtagsabgeordneten Melanie Balzer und Nadine Graßmel an der Verhandlungsgruppe teil. Stellvertreter ist der Juso-Landesvorsitzende Leonel Richy Adicene.

Die CDU ist in dieser Arbeitsgruppe durch die Gesundheitspolitiker Michael Schierack und Ellen Fährmann, die Landrätin der Uckermark, Karina Dörk, und – als Stellvertreter – den scheidenden Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel, Steffen Scheller, vertreten.

benl

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung