Bund fördert innovatives Verfahren zur Herzpumpenimplantation

Freiburg – Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert die Weiterentwicklung eines neuen Verfahrens am Universitätsklinikum Freiburg zur Implantation von Herzpumpen ohne Herz-Lungen-Maschine mit rund 4,35 Millionen Euro.
Herzpumpen, auch „Herzunterstützungssysteme“ genannt, transportieren das Blut aus der linken Herzkammer in die Aorta und damit in den Körperkreislauf. Bislang erfordert die Implantation eine große Operation, bei der der Brustkorb geöffnet wird und eine Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommt. Das Herz wird für die Dauer der Operation stillgelegt. Die Implantation einer unterstützenden Herzpumpe kann bei schwerer Herzinsuffizienz aber die letzte verbleibende Therapieoption sein.
Eine Arbeitsgruppe der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums Freiburg hat ein Verfahren namens „HeartGate“ entwickelt, das diesen Eingriff ohne Herz-Lungen-Maschine erlauben und damit schonender machen könnte.
„Unser Ziel ist es, die Implantation von Herzpumpen so zu vereinfachen, dass auch Patientinnen und Patienten behandelt werden können, für die der Eingriff bisher zu riskant war“, erläutert Wolfgang Bothe, geschäftsführender Oberarzt der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie, in dessen Arbeitsgruppe das Verfahren entwickelt wurde. Geleitet wird das Projekt von Florian Meißner und Manuela Schön.
Das neue System besteht aus einer speziellen Stanze und einer blutdichten Schleuse, die gemeinsam einen minimalinvasiven Zugang zum Herzen ermöglichen, ohne es anzuhalten. Der Eingriff wird dadurch kürzer und weniger belastend. Das Verfahren könnte laut dem Forschungsteam vor allem für ältere oder vorerkrankte Menschen eine neue Behandlungsoption eröffnen.
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