Politik

Bundesratsinitiative zu Abschaffung der Fallpauschalen für Kinderstationen geplant

  • Donnerstag, 23. Juli 2020
/Gorodenkoff, stock.adobe.com
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Schwerin – Mecklenburg-Vorpommern hat eine Bundesratsinitiative für die bessere Fi­nan­zierung von Kinder- und Jugendstationen in deutschen Krankenhäusern angekündigt.

Auf den Vorstoß für eine Abschaffung der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) in der Kinder- und Jugendmedizin habe sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) mit Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) verständigt, sagte ein Regierungssprecher heute in Schwerin. Das Landeskabinett werde sich voraussichtlich schon am kommenden Dienstag damit befassen.

„Seit Jahren haben Kinder- und Jugend­kli­niken insbesondere im ländlichen Raum finan­zielle Schwierigkeiten“, sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Die Fallpau­scha­len hätten sich in diesem Bereich nicht bewährt. Ein besseres Finanzierungssystem sei nötig, damit die klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen sichergestellt werden könne.

Hintergrund der aktuellen Debatte ist die Schließung der Kinderstation am Asklepios-Krankenhaus in Parchim im vergangenen Jahr. Das Unternehmen gibt als Grund Ärzte­man­gel an und weist den Vorwurf zurück, die Station aus wirtschaftlichen Gründen auf­ge­geben zu haben.

Kinder- und Jugendstationen in deutschen Krankenhäusern gelten als Kostenfaktor. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt bereits mehrfach vor Engpässen bei der medizinischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen.

„Die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen in Kinderkliniken und -stationen ist akut gefährdet“, hatte Verbandspräsident Thomas Fischbach zuletzt gestern erklärt.

Die Zahl der Betten in den Kinderabteilungen der deutschen Krankenhäuser gehe seit mehr als 20 Jahren stetig zurück. Der Verband sprach von einem „Kinderkliniksterben“ und forderte die Politik dazu auf, die klinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu sichern.

dpa

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