Bundesregierung wird nicht selbst ein Disease-Management-Programm zur Migräne anstoßen

Berlin – Im Jahr 2024 sind rund eine Million Migränefälle gemeldet worden, die zu einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit (AU) geführt haben. Die Migränefälle führten zu rund 3,4 Millionen Arbeitsunfähigkeitstagen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.
Von den rund eine Million gemeldeten AU-Fällen mit Migräne entfallen den Angaben zufolge rund 94 Prozent auf solche mit bis zu sieben Tagen Arbeitsunfähigkeit. Mehr als sieben AU-Tage wurden nur in sechs Prozent der Fälle gemeldet.
Der Antwort zufolge betreffen die AU-Fälle wegen einer Migräne insbesondere Frauen: 2024 wurden demnach rund 710.000 weibliche Migränebetroffene mit insgesamt rund 2,4 Millionen Krankheitstagen gemeldet. Dem standen rund 317.000 männliche Betroffene mit insgesamt rund 990.000 Krankheitstagen gegenüber.
Die Bundesregierung plant darüber hinaus nicht, den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) mit der Entwicklung eines Disease-Management-Programms Migräne zu beauftragen.
„Eine diesbezügliche Befassung des GBA kann durch seine Trägerorganisationen, die unparteiischen Vorsitzenden des GBA oder durch die für die Wahrnehmung der Interessen der Patientinnen und Patienten und der Selbsthilfe chronisch kranker und behinderter Menschen maßgeblichen Organisationen angestoßen werden“, heißt es in der Antwort.
Auch für die Erstellung von Schulungsmaterial verweist die Bundesregierung auf die Selbstverwaltung beziehungsweise auf ärztliche Verordnungen.
„Chronisch kranke Versicherte können als ‚ergänzende Leistungen zur Rehabilitation‘ durch eine Verordnung ihres Arztes beziehungsweise ihrer Ärztin Patientenschulungen erhalten“, schreibt die Bundesregierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage.
Die Krankenkasse entscheide aufgrund der ärztlichen Befürwortung und Begründung über die Leistungserbringung und ihre Durchführung.
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