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Caritas in Nordrhein-Westfalen hält Tarifreform für nicht finanzierbar

  • Montag, 10. August 2026
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Düsseldorf/Berlin – Die fünf Diözesancaritasverbände in Nordrhein-Westfalen (NRW) wollen die Einführung eines neuen Tarifwerks aus finanziellen Gründen vorerst zeitlich aussetzen.

Der Deutsche Caritasverband, konkret Personalvorständin Susanne Pauser, solle die bisherige Beschlussvorlage überdenken, heißt es in einem Brief. Zuerst hatte das Internetportal katholisch.de darüber berichtet. Der Brief ist auf den 29. Juli datiert und an Pauser adressiert.

Die Arbeitsrechtliche Kommission des Deutschen Caritasverbandes hatte im Oktober 2025 die Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR) der Caritas grundlegend neu gefasst. Die Reform soll nach aktueller Beschlusslage am 1. Januar 2027 in Kraft treten. Mit der Reform gehen Gehaltssteigerungen einher.

Begründet wird eine Aussetzung damit, dass sich seit der Beschlussfassung die wirtschaftliche Lage und Perspektive der Einrichtungen und Dienste deutlich verschlechtert hätten, heißt es in dem Brief weiter. Besonders klar werde das im Krankenhausbereich durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz.

Dadurch würden Defizite in Millionenhöhe verursacht. Die Krise reiche noch darüber hinaus, da weitere einschneidende Gesetzesänderungen wie das Pflegeneuordnungsgesetz schon vorgelegt worden seien.

Weiter stünden durch Sparprogramme in Bund, Ländern und Kommunen außerdem die Altenhilfe, die Eingliederungshilfe, die Kinder- und Jugendhilfe und die Beratungsdienste unter einem hohen wirtschaftlichen Druck, heißt es.

„Die Rückmeldungen aus allen Arbeitsfeldern zeigen eine alarmierende Realität: Defizite wachsen, Rücklagen werden aufgezehrt und notwendige Investitionen unterbleiben.“ Eine politische Durchsetzung der Refinanzierung von tariflichen Steigerungen der Gehälter sei trotz politisch eingeforderter Tariftreue nicht realistisch.

In einer Stellungnahme des Deutschen Caritasverbandes heißt es dazu, die Caritas habe den Brief erhalten. Das Thema der Umsetzung des neuen Tarifvertrags stelle für alle Träger eine Herausforderung dar, so eine Sprecherin des Caritasverbandes. Es werde in den verantwortlichen Gremien behandelt. Der Brief der Verbände sei einer von mehreren Rückmeldungen.

dpa

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