Celesio: Kein Strategieschwenk geplant
Stuttgart – Die neue Celesio-Vorstandssprecherin Marion Helmes will nach dem überraschenden Abgang von Konzernchef Markus Pinger an dem bisherigen Kurs festhalten. Die Strategie bleibe absolut unverändert, sagte Helmes am Donnerstagabend in einer Telefonkonferenz mit Investoren und Analysten. Celesio-Chef Markus Pinger war am Mittwoch überraschend abberufen und Finanzchefin Helmes vom Aufsichtsrat übergangsweise als Sprecherin des Vorstands eingesetzt worden.
Bei Pingers Weggang sei es um „unterschiedliche Meinungen über die Geschäftsführung“ gegangen und hierbei „nur um den Management-Stil“, erklärte Helmes. Die Celesio-Aktie hatte auf die Entlassung heftig reagiert und in der Spitze fast 16 Prozent in zwei Tagen verloren.
Der Pharmagroßhändler Celesio will sich nach dem verlustreichen Verkauf diverser Töchter wie der Versandapotheke DocMorris auf sein Kerngeschäft konzentrieren, den Großhandel mit Arznei und die gut 2200 eigenen Apotheken in Europa. „Wir werden dazu im Laufe des Jahres ein Update (neuester Stand) geben“, sagte Helmes.
Zu möglichen Kooperationen mit US-Rivalen, über die in verschiedenen Bereichen spekuliert wurde, wollte Helmes nichts sagen. „Wir prüfen regelmäßig alle Optionen, um Celesio zu verbessern.“ Die Rabattschlacht in der Pharmabranche und der Kostendruck im Gesundheitswesen machen dem Unternehmen zu schaffen.
Celesio-Großaktionär Haniel sondiert nach einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Freitag in den eigenen Reihen nach einem geeigneten Nachfolger für die Führung des Pharmahändlers.
Als einer der vielversprechendsten Kandidaten gelte demnach Felix Zimmermann, der die Stuttgarter Takkt AG führe. Ein Celesio-Sprecher sagte am Freitag in Stuttgart: „Spekulationen kommentieren wir nicht.“ Ähnlich äußerte sich der Celesio-Hauptaktionär Haniel. „Das ist eine Entscheidung des Celesio-Aufsichtsrates und Haniel steht hinter dieser Entscheidung“, sagte der Sprecher. Aus Kreisen erfuhr dpa, dass aber auch Vorstandssprecherin Helmes Chancen hätte, Celesio länger zu führen.
Takkt, ein Händler für Büro- und Geschäftsausstattungen, war vor vielen Jahren Teil des Celesio-Konzerns, und noch heute hält Haniel daran gut 50 Prozent, genau wie an der Celesio AG. Vor seiner Zeit als Takkt-Chef hat Zimmermann Celesio schon kennengelernt: er war Finanzvorstand in den Jahren 2004 bis 2008.
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