Vermischtes

Depressions- und Angstsymptome haben während der Coronapandemie zugenommen

  • Freitag, 20. Februar 2026
/mojo_cp, stock.adobe.com
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München – Während der Coronapandemie haben in Deutschland depressive Symptome, Angstsymptome und Stress zugenommen, besonders bei jüngeren Erwachsenen unter 40 Jahren und bei Frauen. Das zeigt eine Analyse der NAKO-Gesundheitsstudie mit knapp 80.000 Erwachsenen.

Aus Sicht der Forschenden werden die psychischen Folgen der Pandemie die Gesellschaft noch länger beschäftigen, weshalb gezielte Angebote zu Prävention und Versorgung notwendig sind. Die Studie ist im Deutschen Ärzteblatt International erschienen (2026; DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0218).

In der vorliegenden Analyse wurden 79.239 NAKO-Teilnehmende zu drei Zeitpunkten vor der Pandemie (2014–2019), im Frühjahr 2020 (frühe Pandemiephase) und im Herbst 2022 (späte Pandemiephase) zu depressiven Symptomen, Angstsymptomen, Stress und ihrer selbst wahrgenommenen Gesundheit befragt.

Die Auswertung der standardisierten und medizinisch etablierten Fragebögen zeigt: Der Anteil der Teilnehmenden mit depressiven Symptomen stieg von 5,9 Prozent vor der Pandemie auf 9,7 Prozent im Herbst 2022, moderate bis schwere Angstsymptome von 3,9 Prozent auf 6,2 Prozent und moderater bis starker Stress von 4,1 Prozent auf 10,2 Prozent.

Parallel sank der Anteil an Personen ohne Symptome, während sich die Gruppe mit allen drei Symptombelastungen – Depression, Angst und Stress – bis zur späten Phase der Pandemie mehr als verdoppelte.

„Unsere Studie zeigt, dass die Pandemie Spuren in der mentalen Gesundheit hinterlassen hat – und zwar nicht nur kurzfristig, sondern bis in die späten Phasen der Pandemie hinein“, sagte Annette Peters, Vorstandsvorsitzende des NAKO und Direktorin des Instituts für Epidemiologie bei Helmholtz Munich.

Besonders belastet waren in der Analyse der NAKO-Studie jüngere Erwachsene unter 40 Jahren sowie Frauen. Mittleres und höheres Alter wirkten dagegen eher schützend. „Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen – insbesondere jüngere Menschen und Frauen – stärker von den psychologischen Folgen der Pandemie betroffen waren“, erklärte Yanding Wang, Erstautorin der Publikation und Doktorandin bei Helmholtz Munich.  

Die NAKO-Gesundheitsstudie ist Deutschlands größte Langzeitbevölkerungsstudie, bei der fortlaufend in 18 Studienzentren über 205.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger umfassend medizinisch untersucht und nach ihren Lebensgewohnheiten befragt werden. Zu Beginn der Studie 2014 waren die NAKO-Teilnehmenden im Alter von 20 bis 69 Jahren.

hil

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