Deutsche Babys wiegen (fast) am meisten

Hamburg – Deutsche Babys wiegen bei der Geburt im Schnitt rund 3.480 Gramm. Damit liegen sie im internationalen Gewichtsvergleich von Neugeborenen hinter Norwegen (3.575 Gramm) auf Platz zwei. Das ist das Ergebnis einer multinationalen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO, die jetzt in der Fachzeitschrift PLOS Medicine (2017; doi: 10.1371/journal.pmed.1002220) veröffentlicht wurde. Demnach sind indische Babys mit einem Durchschnittsgewicht von 2.975 Gramm am leichtesten.
Laut der WHO-Studie wiegen Kinder in Mittel- und Nordeuropa bei der Geburt deutlich mehr als etwa in Indien oder im Kongo – obwohl es sich jeweils um risikoarme Schwangerschaften handelt und die Frauen in einer vergleichbaren sozioökonomischen Umgebung leben. Die zum Teil deutlichen Unterschiede beim durchschnittlichen Geburtsgewicht in Indien (2.975 Gramm), Ägypten (3.100 Gramm), Thailand (3.130 Gramm) und Kongo (3.170 Gramm) im Vergleich etwa zu Frankreich (3.370 Gramm), Dänemark (3.462 Gramm), Deutschland (3.480 Gramm) und Norwegen (3.575 Gramm) sind der Studie zufolge insbesondere auf mütterliche Faktoren wie Alter, Gewicht und Zahl der Geburten sowie auf das Geschlecht des Neugeborenen zurückzuführen.
Die WHO hat aufgrund der Untersuchungsergebnisse neue fetale Wachstumskurven entwickelt, die insbesondere auch die regionalen Unterschiede berücksichtigen. Sie empfiehlt in der Schwangerenvorsorge, künftig die neuen, international angepassten, fetalen Wachstumskurven zu verwenden.
Die Studie, die 1.387 gesunde Frauen mit risikoarmen Schwangerschaften umfasste, war eine Zusammenarbeit der WHO mit Forschern aus zehn Ländern. Das Studienzentrum für Deutschland war das Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
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