Deutscher Ärztinnenbund kritisiert Lohnlücke von Frauen gegenüber Männern

Berlin – Ärztinnen in Deutschland verdienen im Durchschnitt weniger als ihre männlichen Kollegen. Darauf hat der Deutsche Ärztinnenbund (DÄB) zum Jahreswechsel hingewiesen. Der DÄB begrüßt daher die Vorschläge für ein Gesetz zur Förderung der Entgeltgleichheit von Frauen und Männern von Bundesministerin Manuela Schwesig (SPD).
„Gleicher Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit ist ein Gebot von Vernunft und Chancengleichheit– und muss auch für Ärztinnen im Gesundheitswesen gelten“ sagte die DÄB-Vizepräsidentin Gabriele Kaczmarczyk. Sie begrüßte, dass Schwesig mit dem Gesetz eine Berichtspflicht über Entgeltunterschiede anstrebe. Dies könne „einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung und zur Veränderung leisten“, so Kaczmarczyk.
Der DÄB betont, es gehe bei der Gleichstellung nicht nur um ungleiches Gehalt, sondern vor allem um ungleiche berufliche Chancen. In Krankenhäusern stellten Frauen bei den Geringer Verdienenden die Mehrheit und seien unter den Besserverdienenden kaum vertreten. In den Praxen liegen Ärztinnen laut dem DÄB bei den Erlösen durch gesetzlich Versicherte ebenfalls klar hinter männlichen Ärzten. Nur bei Ärztinnen, die tarifvertraglich gebunden seien, entfalle die Lücke.
Dem Verband zufolge sind nur rund 26 Prozent der Leitungsfunktionen in deutschen Krankenhäusern von Frauen besetzt, der Anteil der Chefärztinnen wird auf acht bis zehn Prozent geschätzt. Bei den W3/C4 Professuren stellen Frauen 5,6 Prozent (Zahlen von 2014). „Es muss ein Kulturwandel stattfinden, damit sich perspektivisch ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis auch in Führungspositionen wie bei Chefärztinnen, Klinikleitungen, in den Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung und in der Wissenschaft widerspiegelt“, forderte die DÄB-Präsidentin Regine Rapp-Engels 2014 im Deutschen Ärzteblatt.
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