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DFG drängt auf verlässliche Finanzierung der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur

  • Donnerstag, 30. April 2026
/Atiwat, stock.adobe.com
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Bonn – Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) drängt darauf, die Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) zu verstetigen und auszubauen. Dazu müsse die NFDI die Vernetzung von Akteuren, Fächern und Strukturen innerhalb Deutschlands sicherstellen.

Wichtig sei außerdem, die NFDI mit europäischen und internationalen Datenbanken zu vernetzen, heißt es in einem neuen Positionspapier des DFG-Präsidiums. Die NFDI hat das Ziel, die Datenbestände aus der Wissenschaft systematisch zu erschließen, zu sichern, international zu vernetzen und sie wiederum der Forschung zur Verfügung zu stellen.

Dazu hat sich im Oktober 2020 der gemeinnützige Verein Nationale Forschungsdateninfrastruktur mit Sitz in Karlsruhe gegründet. Inzwischen sind nach Angaben des Vereins mehr als 300 Institutionen Mitglied bei NFDI. Engagiert sind Wissenschaftsorganisationen, Universitäten sowie Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, Fachgesellschaften und Vereine.

Die Basis bilden derzeit 26 wissenschaftsgeleitete Konsortien aus verschiedenen Disziplinen – von den Natur-, Lebens- und Ingenieurwissenschaften bis zu den Geistes- und Sozialwissenschaften. Außerdem umfasst der Verein den „Base4NFDI“ als übergreifenden Verbund der Konsortien.

Das NFDI umfasst auch Gesundheitsdaten: Besonders das Konsortium „NFDI4Health“ des Vereins widmet sich der systematischen Erschließung und Nutzbarmachung von personenbezogenen Gesundheitsdaten. Dabei geht es auch um die Anbindung an den Europäischen Gesundheitsdatenraum (European Health Data Space, EHDS).

Das DFG-Präsidium fordert in dem Papier eine stabile Infrastruktur für die NFDI. Dazu gehöre auch eine auskömmliche Finanzierung. Die DFG hält dafür ein jährliches Gesamtbudget von mindestens 115 Millionen Euro für erforderlich.

Die Summe decke die Kosten für Betrieb von Infrastruktur und Diensten, Weiterentwicklung und Innovation. Eine solche Investition sei auch deshalb notwendig, weil das starke Wachstum im Bereich Künstlicher Intelligenz, geopolitische Spannungen und massive Abhängigkeiten von kommerziellen Akteuren eine resiliente und möglichst auf europäischer Ebene zu verwirklichende, souveräne Dateninfrastruktur erforderlich machten.

Wichtig ist laut der DFG auch, die Strukturen für die NFDI bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. „Wir halten die Einsetzung eines kompetenten Transitionsteams für dringend erforderlich. Dieses sollte Vertreter aller wesentlichen Stakeholder zusammenführen, die die einzelnen Schritte hin zu einer neuen Zielstruktur klar definieren und so den konkreten Weg hin zu einem bedarfsgerechten Betrieb der forschungsrelevanten Dienste ebnen“, sagte DFG-Präsidentin Katja Becker.

hil

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