Ärzteschaft

DFG fordert besseren Schutz von Forschungsdateninfrastrukturen

  • Mittwoch, 1. April 2026
/greenbutterfly, stock.adobe.com
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Bonn – Nicht nur das Gesundheitswesen als Ganzes, sondern auch die Forschungsdateninfrastrukturen sollten resilienter gegen Krisen und Bedrohungen aufgestellt werden. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) betont.

Sie hat dazu „Empfehlungen zur Resilienz von Forschungsdateninfrastrukturen“ formuliert. Diese richten sich an Wissenschaftler, Fachgesellschaften und Förderorganisationen sowie an die Politik.

„Cyberangriffe, institutionelle Krisen, ideologisch motivierte Förderentscheidungen sowie geopolitische Spannungen insgesamt können zur Manipulation von Daten, zu massiven Datenverlusten oder auch zum Verlust des Zugangs zu Daten führen“, warnt die entsprechende Arbeitsgruppe der DFG und nennt als aktuelle Beispiele Datenbanken wie PubMed, die ihren Zugriff sperren könnten.

Vor diesem Hintergrund ruft die DFG Politik und Wissenschaft zu einer strategisch angelegten und dauerhaften Sicherung von Forschungsdateninfrastrukturen auf.

„Die Finanzierung der Forschungsdateninfrastruktur sollte in zentralen Bereichen als Teil der Daseinsvorsorge und damit als nationale Kernaufgabe begriffen werden, die nicht ausschließlich privaten oder wettbewerblichen Akteuren überlassen werden darf“, heißt es in dem Papier.

Die Finanzierung einer resilienten Dateninfrastruktur sollte daher weder auf eine einzelne Förderorganisation noch auf einen einzelnen europäischen Nationalstaat konzentriert werden. Nötig seien vielmehr Modelle für eine länderübergreifende europäische und internationale Finanzierung. 

Die DFG richtet sich aber auch an einzelne Wissenschaftler und ihre Arbeitsgruppen. Sie sollten möglichst überregionale und verlässliche Infrastrukturen für ihre Daten nutzten.

„Zudem könne der reflektierte Einsatz von Open-Source-Produkten europäischer Herkunft dazu beitragen, die Abhängigkeiten von kommerziellen Produkten zu reduzieren und zu einer umfassenderen digitalen Souveränität zu kommen“, hieß es aus der DFG.

Wissenschaftliche Fachgesellschaften und -verbände sollten sich auf nationaler und internationaler Ebene untereinander und mit den entsprechenden Infrastruktureinrichtungen intensiver abstimmen und eine eigene resiliente Dateninfrastruktur entwickeln. 

hil

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