Diabetesschulungen sollten ergänzend per Video stattfinden

Berlin – Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) fordert gemeinsam mit weiteren Verbänden, im Rahmen der Chronikerprogramme (Disease Management Programme, DMP) dauerhaft Videoschulungen als Ergänzung zur Präsenzgruppenveranstaltungen für Diabetespatienten zu ermöglichen. Jährlich erkranken über 500.000 Menschen neu an Typ-2-Diabetes, rund 3.100 Patienten an Typ-1-Diabetes.
„Sie benötigen zeitnah nach der Diagnose eine strukturierte Schulung, um das notwendige Wissen und die Fertigkeiten im Umgang mit dem Diabetes zu erlernen und mögliche, auch tödliche, Risiken der Stoffwechselerkrankung wie schwere Unterzuckerungen und auch Folgekomplikationen zu vermeiden“, erklärte Bernhard Kulzer, Mitglied des DDG Ausschusses „Qualitätssicherung, Schulung und Weiterbildung“.
Es sei daher eine wichtige und richtige Entscheidung einzelner Kassenärztlicher Vereinigungen (KVen) gewesen, nach dem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zu den Coronasonderregeln im April die Videoschulung übergangsweise während der COVID-19-Pandemie zu erlauben. Diese Regelung läuft laut den Verbänden aber Ende des Jahres aus.
Die DDG, der Bundesverband Niedergelassener Diabetologen (BVND), der Verband der Diabetes Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland (VDBD) und diabetesDE – deutsche Diabetes-Hilfe fordern daher, auch über das Jahresende hinaus Schulungen per Video als einen zentralen Bestandteil der strukturierten Diabetestherapie zu ermöglichen. „Die Dringlichkeit besteht besonders für die Zeit des neuen bundesweiten Lockdowns bis zum 10. Januar 2021“, so Kulzer.
Die Erfahrungen mit Videoschulungen in den letzten Monaten zeigen laut der Fachgesellschaft, dass diese nicht nur eine wichtige Alternative in Coronazeiten darstellten, sondern auch eine geeignete ergänzende Option zur Präsenzschulung seien. „Seit dem Beschluss des G-BA sind schon in zehn von 17 Bezirken der KV befristete Regelungen geschaffen worden“, sagte Kulzer.
DDG, VDBD, BVND und diabetesDE setzen sich deshalb für ein dauerhaftes Parallelangebot von Präsenz- und Videoschulungen in der Diabetologie ein. „Die KVen sollten einheitliche Regelungen für alle KV-Bezirke Deutschlands treffen und damit die Videoschulung als Ergänzung zur Präsenzgruppenschulung für Diabetespatienten im Rahmen der DMP Diabetes ermöglichen“, forderte die DGG-Präsidentin Monika Kellerer.
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