DR Kongo: Zahl der Ebola-Fälle auf mehr als 9.000 gestiegen

Kinshasa – Bei der schwersten Ebola-Epidemie in der Geschichte der Demokratischen Republik (DR) Kongo ist die Zahl der Infektionsfälle auf über 9.000 gestiegen.
Es seien offiziell bislang 9.066 Infektionen gemeldet worden, teilte gestern das staatliche Gesundheitsinstitut mit. 4.381 Menschen seien gestorben. Die Sterblichkeitsrate liegt damit bei 48,3 Prozent – 2.389 Menschen gelten als genesen. Fachleute gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen höher sein dürfte.
Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo war Mitte Mai offiziell festgestellt worden, lief zu dem Zeitpunkt aber wohl bereits seit Monaten. Es handelt sich um die schlimmste Ebola-Epidemie in der Geschichte des zentralafrikanischen Landes.
Der Exekutivdirektor des WHO-Programms für Gesundheitsnotfälle, Chikwe Ihekweazu, hob zu Wochenbeginn beim Weltgesundheitsgipfel in Berlin hervor, dass man bei dem Ausbruch zwar anfange, Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Dieser sei wahrscheinlich aber noch sehr lang.
Man müsse weiterhin sehr hart daran arbeiten, den Ausbruch in den kommenden Monaten unter Kontrolle zu bekommen. „Wir sind überhaupt nicht in Feierlaune“, so der WHO-Experte. Nicht das Virus allein sei das Problem, sondern der gesamte Kontext vor Ort, wo seit Langem eine humanitäre Krise bestehe und Konflikte vorherrschten.
Verursacht wird die aktuelle Epidemie von der Ebola-Variante Bundibugyo (BDBV). Anders als gegen die Zaire-Variante gibt es dagegen bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine zugelassene Behandlung. Mehrere Mittel befinden sich in der Erprobung.
Klinische Studien mit zwei Impfstoffkandidaten speziell gegen BDBV könnten nach Angaben von Ihekweazu mit im besten Fall noch in diesem Monat beginnen.
In den vergangenen 50 Jahren starben auf dem afrikanischen Kontinent mehr als 15.000 Menschen an Ebola.
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