E-Learning: HIV-Wissen für Klinik und Praxis

Berlin – HIV-Grundlagen, HIV-Diagnostik in der Praxis, angemessener Umgang mit HIV-positiven Menschen: Eine neue Onlinefortbildung will die wichtigsten Informationen über HIV in Klinik und Praxis an Ärzte aller Fachrichtungen vermitteln.
Entwickelt wurde das E-Learning-Programm gemeinsam von der Bundesärztekammer (BÄK), der Deutschen Aidshilfe und dem Deutschen Ärzteblatt. Es ist mit drei CME-Fortbildungspunkten versehen. BÄK und Aidshilfe haben bereits gemeinsam in unterschiedlichen Formaten Informationen zu HIV für die medizinische Praxis erarbeitet und veröffentlicht.
„Ziel der neuen E-Learning-Fortbildung ist es, auch nicht auf HIV-spezialisierten Ärztinnen und Ärzten aktuelles Fachwissen und damit Handlungssicherheit im Umgang mit Patientinnen und Patienten mit HIV zu vermitteln“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt.
Ein weiteres Ziel des Programmes: HIV rechtzeitig diagnostizieren und behandeln, um so schwere Gesundheitsschäden bis hin zu Aids-Erkrankungen und Todesfällen zu vermeiden. Hier können gerade Hausärzte sowie Gynäkologen, aber auch alle anderen patientennahen Fachdisziplinen eine wichtige Rolle spielen, indem sie HIV im Praxisalltag mitdenken, bestimmte Anzeichen richtig deuten und dementsprechend handeln.
Das Fortbildungsprogramm soll die Fähigkeit vermitteln, oftmals unspezifische Symptome richtig zu deuten, entsprechende Gespräche mit Patienten zu führen und einen Test anzubieten. Das Programm informiert außerdem über verschiedene diagnostische Verfahren und Testoptionen.
Idealerweise wird die Frage nach einer möglichen HIV-Infektion dabei bereits in einer Sexualanamnese gestellt – auch für solche Gespräche bietet die Fortbildung das nötige Rüstzeug.
„Gespräche über HIV und andere sexuell übertragene Infektionen werden ärztlicherseits oft als besondere Herausforderung erlebt, vor allem wenn es dabei um sexuelle Praktiken geht“, sagte Axel Jeremias Schmidt, Arzt und Epidemiologe sowie Medizinreferent der Deutschen Aidshilfe. Die Fortbildung vermittele Wissen und Erfahrung aus unserer Testberatung und dem Alltag von HIV-Spezialistinnen und -Spezialisten.
Im Praxis- und Klinikalltag kommt es immer wieder zu Unsicherheiten und in der Folge auch Diskriminierungen im Umgang mit HIV-positiven Patientinnen und Patienten, zum Beispiel durch unnötige Hygienemaßnahmen oder Datenschutzverletzungen. Hier bietet das Programm gut aufgearbeitete Informationen, die im beruflichen Alltag leicht umsetzbar sind und einen sicheren und professionellen Umgang ermöglichen.
„Das E-Learning-Tool bringt wichtiges Wissen zu HIV in die Breite ärztlichen Schaffens und kann so dazu beitragen, Diskriminierung weiter abzubauen“, sagte Annette Haberl, Mitglied im Vorstand der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG), die an dem Fortbildungsprogramm beratend mitgewirkt hat.
Das medizinische Wissen zu HIV hat sich in den vergangenen Jahren rasant verändert, ebenso die Lebenssituation von Menschen unter HIV-Therapie. Die Online-Fortbildung bietet nicht nur wissenschaftlich aktuelle Informationen, sie ist auch methodisch vielseitig gestaltet und verknüpft die unterschiedlichen Themen auf verständliche und interessante Weise. Sie bietet ein leicht und flexibel umsetzbares Update des eigenen Wissens. Der Zeitaufwand beträgt etwa 135 Minuten.
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