Ein Drittel der Weltbevölkerung litt 2026 unter extremer Ozonbelastung

Paris – Hitzewellen, Waldbrände und menschengemachte Emissionen haben in diesem Jahr bereits ein Drittel der Weltbevölkerung extrem hoher Ozonbelastung ausgesetzt. „Luftverschmutzung macht nicht an Grenzen halt: Sie kann tausende Kilometer zurücklegen, Kontinente und Ozeane überqueren und die Luftqualität weit entfernt von ihrer Quelle beeinträchtigen“, erklärte die Leiterin des Copernicus-Dienstes zur Überwachung der Atmosphäre (CAMS), Laurence Rouil, in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht.
Demnach litten in den ersten acht Monaten des Jahres 34 Prozent der Weltbevölkerung unter „extrem schlechter“ Luftqualität, weitere 17 Prozent unter „schlechter“ Luftqualität. Besonders betroffen waren asiatische Großstädte wie Neu Delhi, Dhaka und Lahore. In Nordamerika waren zwei Drittel der Bevölkerung „schlechter“ oder „sehr schlechter“ Luftqualität ausgesetzt. In Europa waren es 45 Prozent.
Ozon ist ein sogenannter sekundärer Schadstoff, der bei hohen Lufttemperaturen und starker Sonneneinstrahlung aus Stickoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen in der Atmosphäre gebildet wird. In Bodennähe ist Ozon schädlich, weil es tief in die Atemwege eindringt und Husten, Augenbrennen oder Kurzatmigkeit verursachen kann.
Besonders betroffen sind Menschen mit Asthma sowie Kinder und ältere Menschen. In der Stratosphäre hingegen ist die Ozonschicht wichtig, weil sie die UV-Strahlung der Sonne absorbiert.
Trotz erheblicher Verbesserungen in den vergangenen Jahrzehnten bleibe Ozon eine „besonders komplexe globale Herausforderung“ und stelle ein „erhebliches Umweltrisiko“ dar, erklärte Copernius. EU-weite Regelungen hätten die Emission mehrerer Luftschadstoffe begrenzen können, mit Ausnahme von Ozon.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt einen Höchstwert von 100 Mikrogramm Ozon als Mittelwert über acht Stunden. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur steht Ozonverschmutzung in Europa mit 60.000 vorzeitigen Todesfällen in Verbindung.
Die alarmierenden Werte seien in diesem Jahr auch auf die extremen Hitzewellen und Flächenbrände in Europa und Nordamerika zurückzuführen, heißt es in dem Bericht. Auch Indonesien hatte schwere Waldbrände erlebt. Zusätzlich zur fortschreitenden Erderwärmung begünstigt das natürlich auftretende Klimaphänomen El Niño extreme Wetterereignisse.
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