Ausland

Ein Toter bei Protesten gegen Ebola-Quarantäneeinrichtung für US-Bürger in Kenia

  • Mittwoch, 10. Juni 2026
Während einer Demonstration gegen ein von den Vereinigten Staaten geplantes Ebola-Quarantänezentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia setzt die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein. /picture alliance, AP, Brian Inganga
Während einer Demonstration gegen ein von den Vereinigten Staaten geplantes Ebola-Quarantänezentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia setzt die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein. /picture alliance, AP, Brian Inganga

Nanyuki – Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und wütenden Demonstranten am Rande von Protesten gegen ein Ebola-Quarantänezentrum für US-Bürger ist gestern in Kenia mindestens ein Mensch getötet worden.

„Sein Tod ist bestätigt“, sagte der Direktor der Hilfsorganisation Vocal Africa, Hussein Khalid. Nach Angaben des Roten Kreuzes wurde ein weiterer Mensch durch einen Tränengaskanister verletzt. In Kenia selbst wurde noch nie ein Ebola-Fall registriert.

In dem Quarantänezentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Laikipia sollen US-Bürger unterkommen, die in der weiter westlich gelegenen Demokratischen Republik Kongo womöglich in Kontakt mit dem Virus gekommen sind. Das Zentrum soll über 50 Isolierbetten verfügen, von US-Mitarbeitern verwaltet werden und steht offenbar kurz vor der Fertigstellung.

„Laikipia ist doch keine Deponie“, sagte die 47 Jahre alte Priscilla Waimani, die bei der Demonstration in eine kenianische Flagge gehüllt war. „Ich bin nicht glücklich mit der Entscheidung der USA, in unserem Land eine Quarantäneeinrichtung zu bauen.“

Bei früheren Protesten gegen die Einrichtung waren am 1. Juni laut Menschenrechtsgruppen zwei Menschen getötet worden. Zwischenzeitlich hatte das oberste Gericht die Aussetzung der Arbeiten verfügt, was allerdings nicht umgesetzt wurde.

Der kenianische Präsident William Ruto hatte den Bau des Quarantänezentrums vorangetrieben und erklärt, das Land schulde den USA Unterstützung. „Es wäre äußerst bedauerlich, wenn wir eine Anfrage der Amerikaner, auf ihre eigenen Kosten eine Anlage zu errichten, ablehnen würden, denn dann würden wir sehr unmenschlich aussehen“, hatte Ruto vergangene Woche erklärt.

afp

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