Einsamkeit nicht nur ein Problem der älteren Generation

Hamburg – Einsamkeit ist ein Problem für viele Menschen. Betroffen sind alle Altersgruppen, besonders bei jungen Menschen ist der Trend steigend. Darauf haben die Ärztekammer und die Psychotherapeutenkammer (PTK) in Hamburg hingewiesen. Anlass war die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“.
Einsamkeit kann erhebliche Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit haben. „Wir müssen als Gesellschaft und auch im medizinischen Bereich stärker für die gesundheitlichen Folgen sensibilisiert werden“, sagte Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg.
Menschen, die sich einsam fühlten, empfänden diese Situation als belastend. Auf Dauer rufe dieses Gefühl Stress hervor, mit den entsprechenden negativen Folgen für die Gesundheit.
Birgit Wulff, Vizepräsidentin der Ärztekammer betonte, dass Einsamkeit nicht nur ältere Menschen betreffe: „Das Einsamkeitsbarometer des Familienministeriums aus dem Jahr 2024 zeigt zum Beispiel, dass sich 14,1 Prozent der 18- bis 29-Jährigen durch Einsamkeit belastet fühlen“, sagte sie.
Die Kammern rufen gemeinsam dazu auf, aufeinander zu achten, soziale Kontakte zu pflegen und bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zudem setzen sie sich für eine verstärkte Sensibilisierung von Fachkräften im Gesundheitswesen ein, um die gesundheitlichen Risiken von Einsamkeit frühzeitig zu erkennen und betroffene Menschen gezielt zu unterstützen.
„Einsamkeit ist ein gesellschaftliches Thema, das uns alle angeht. Es ist wichtig, offen darüber zu sprechen und soziale Beziehungen zu stärken“, erklärte auch Heike Peper, Präsidentin der Psychotherapeutenkammer Hamburg.
Die Aktionswoche „Gemeinsam aus der Einsamkeit“ ist Teil der Ende 2023 verabschiedeten Strategie der Bundesregierung gegen Einsamkeit und richtet sich an Menschen aller Altersgruppen, die in bestimmten Lebensphasen von Einsamkeit betroffen sein können.
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