Endoprothesenregister: Knieversorgungen in drei Jahren um knapp 30 Prozent gestiegen

Berlin – Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat im vergangenen Jahr mehr als 422.000 Knie- und Hüftimplantationen erfasst – dies bedeutet einen neuen Höchststand. Wie aus dem Jahresbericht des EPRD hervorgeht, ist der Zuwachs an dokumentierten Eingriffen vor allem auf Knieversorgungen zurückzuführen.
Der Anstieg betrug zwischen 2022 und 2025 im EPRD rund 29 Prozent. Endoprothetische Eingriffe an der Hüfte nahmen im gleichen Zeitraum nur um elf Prozent zu und gingen zwischen 2024 und 2025 sogar leicht zurück.
Insgesamt wurden 201.487 Erstimplantationen am Hüftgelenk und 180.360 Erstimplantationen am Kniegelenk für das Jahr 2025 erfasst. Der Anteil männlicher Patienten bei primären Knieversorgungen steigt seit Jahren stetig an. Bei den Hüftgelenksimplantationen waren knapp 60 Prozent der Patienten Frauen.
Für 2025 verzeichnete das EPRD 18.691 Folgeeingriffe am Knie und 20.279 an der Hüfte. Bei Knieprothesen waren 16 Prozent der Folgeeingriffe durch eine Infektion bedingt und bei Hüftprothesen 20 Prozent.
„Bei infektionsbedingten Knie-Folgeeingriffen setzt sich offenbar der Trend fort, dass Infektionen zeitig erkannt werden, sodass eine Operation ohne Wechsel der knochenverankerten Komponenten möglich ist“, hieß es aus dem Team des EPRD. Der Anteil dieser implantaterhaltenden Revisionen stieg bis 2025 im EPRD auf etwa 57 Prozent. Zehn Jahre zuvor lag er noch bei 35 Prozent.
Erstmals veröffentlicht das EPRD im Jahresbericht 2026 Ergebnisse von Patientenbefragungen. Sie ergänzen den Qualitätsparameter Standzeit, also den Zeitraum, in dem ein Implantat im menschlichen Körper verbleibt. Die Betroffenen beantworten dazu zwölf Fragen, wobei jede Frage fünf Antwortmöglichkeiten bietet. Die Befragung findet präoperativ sowie sechs, zwölf und 24 Monate nach der Versorgung statt.
Im ersten Jahr nahmen 24 Kliniken an der Befragung teil. Die ersten Ergebnisse zeigten, dass die meisten der antwortenden Patientinnen und Patienten mit ihrer Versorgung zufrieden sind. Nahezu 70 Prozent mit einer Hüfterstimplantation und fast 50 Prozent der Betroffenen mit einer Knieerstimplantation gaben sogar die Bestnote „Sehr zufrieden“.
Das EPRD ist ein freiwilliges Register und mit mehr als 3,7 Millionen erfassten OP-Dokumentationen das zweitgrößte endoprothetische Register Europas.
Sein Ziel ist, die Qualität der endoprothetischen Versorgung in Deutschland zu messen und darzustellen. Betreiber des EPRD ist die gemeinnützige EPRD Deutsche Endoprothesenregister, eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DCOOC).
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