Politik

Ersatzkassen stellen sich hinter elektronische Gesundheitskarte

  • Dienstag, 8. August 2017
Stockfotos-MG stock.adobe.com
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Berlin – Mehrere große Krankenkassen haben sich angesichts von Berichten über ein mögliches Aus für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) heute ausdrücklich hinter das Vorhaben gestellt. „Öffentliche Spekulationen über das mögliche Aus für die elektronische Gesundheitskarte sind kontraproduktiv und gehen an der Realität vorbei“, erklärte die Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Ersatzkassen (vdek), Ulrike Elsner.

Die bisherigen Verzögerungen sollten nicht dazu verleiten, dieses wichtige Projekt jetzt komplett infrage zu stellen. Die eGK könne dazu beitragen, die medizinische Versorgung in Deutschland nachhaltig zu verbessern.

Elsner betonte darüber hinaus, die Entwicklung der neuen Telematikinfrastruktur (TI) sei weit vorangekommen. „Ende Juni 2017 konnte eine wichtige Erprobungsphase erfolgreich abgeschlossen werden – nun folgt die Anbindung von Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern an die TI“, sagte sie. Bislang sind auf der eGK, die seit Anfang 2015 für jeden gesetzlich Versicherten Pflicht ist, nur die Stammdaten gespeichert. Künftig sollen Ärzte anhand der Karte online überprüfen können, ob diese Daten aktuell sind. Geplant ist zudem die Speicherung von Notfalldaten, etwa zu Allergien oder Vorerkrankungen.

Die eGK solle ein „Schlüssel zu den neuen digitalen Anwendungen“ wie der elektronischen Patientenakte werden, machte sich Elsner für das Projekt stark. „Die Vorgabe, Notfall- und Arzneimitteldaten auf der eGK zu speichern, ist sinnvoll und wir sind zuversichtlich, dass dies bis 2019 umgesetzt wird.“

Auch der SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach stellte sich hinter die elektronische Gesundheitskarte. „Die Karte steht nicht vor dem Aus. Sie ist ein wesentlicher Beitrag zur Modernisierung unseres Gesundheitssystems“, sagte er der Passauer Neuen Presse. Die elektronische Karte werde das Gesundheitssystem verbessern und wirtschaftlicher machen. Bereits gestern hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe die Medienberichte zurückgewiesen. „Für Ausstiegsszenarien gibt es überhaupt keinen Anlass“, sagte er.

afp

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