Ersatzkassen wollen bundesweit einheitliche Rufnummer für Terminservicestellen
Berlin – Der Verband der Ersatzkassen (vdek) bringt sich in die aktuelle Debatte um die Wartezeiten von gesetzlich und privat Krankenversicherten ein. Die für die Terminservicestellen zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sollten verpflichtet werden, bundesweit eine einheitliche Rufnummer für alle gesetzlich Krankenversicherten bereitzustellen, forderte die vdek-Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner heute in Berlin. Derzeit gibt es in allen KV-Regionen unterschiedliche Rufnummern.
Es sei zudem dringend erforderlich, die Terminservicestellen bei den Versicherten bekannter zu machen. Laut einer Forsa-Umfrage des vdek war nur etwa 52 Prozent der befragten Versicherten bekannt, dass sie sich bei Problemen wegen eines Facharzttermins an eine Terminservicestelle wenden können. „Im Zeitalter der Digitalisierung sollten die KVen auch einen elektronischen Terminservice für Versicherte einrichten, über den diese einen freien Sprechstundentermin bei einem Facharzt direkt buchen können“, so Elsner. Damit könnten die Telefonhotlines entlastet werden und Buchungen zu jeder Tages- und Nachtzeit problemlos online erfolgen.
Der vdek fordert zudem gesetzliche Regelungen, die sicherstellen, dass die Terminvergabe konsequent nach Versorgungsnotwendigkeit erfolge und nicht nach Kassenzugehörigkeit. Auch die im Koalitionsvertrag verankerte Erhöhung des Mindestsprechstundenangebots der Vertragsärzte für die Versorgung von gesetzlich versicherten Patienten von derzeit 20 auf 25 Stunden sollte nach Auffassung der vdek-Vorstandsvorsitzenden nun zügig angegangen werden.
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will noch vor der Sommerpause gesetzliche Schritte zur Verringerung der Wartezeiten bei niedergelassenen Ärzten einleiten. Unter anderem durch Änderungen bei den Vergütungen will er dafür sorgen, dass gesetzlich Krankenversicherte schneller Termine erhalten.
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