Erste Tarifrunde für Beschäftigte an Unikliniken ohne Ergebnis
Stuttgart – Der Auftakt der Tarifverhandlungen für rund 26.000 Beschäftigte an Unikliniken in Baden-Württemberg ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Gewerkschaft Verdi hat gestern das Angebot der Arbeitgeberseite zurückgewiesen.
„Mickrige sechs Prozent mehr für drei Jahre anzubieten, bei einer Inflation in diesem Zeitraum von über zwanzig Prozent, ist eine Zumutung“, teilte Verhandlungsführerin Irene Gölz am Abend mit. Es sollen Warnstreiks noch vor der nächsten Verhandlungsrunde am 2. November folgen.
Ihnen sei es wichtig gewesen, den Beschäftigten gerade vor der anstehenden Heizperiode und wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten zügig eine steuerfreie Einmalzahlung anzubieten, erklärte Gabriele Sonntag, Vorstandsmitglied des Arbeitgeberverbands der baden-württembergischen Uniklinika (AGU), zu dem Angebot. Es sah eine steuerfreie Einmalzahlung von 2.100 Euro vor sowie eine Steigerung der Gehälter um sechs Prozent in zwei Stufen ab Januar 2024.
Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem für Medizinisch-Technische-Assistenten sowie Pflege- und Verwaltungskräfte der Unikliniken Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm 10,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 375 Euro mehr pro Monat; die Laufzeit soll 12 Monate betragen. Für Azubis verlangt Verdi 200 Euro monatlich mehr.
Der Start der Verhandlungen in Stuttgart wurde begleitet von Warnstreiks. Laut Gewerkschaft nahmen 40 Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Ausbildung teil, die unter den Tarifvertrag der Unikliniken fallen. Sie fordern eine höhere Eingruppierung, Verdi will für sie 2.800 Euro brutto monatlich.
Bei den Verhandlungen geht es um Beschäftigte, für deren Arbeitsverhältnisse der Tarifvertrag Uniklinika Baden-Württemberg gilt. Ärzte oder wissenschaftliches Personal fallen unter andere Tarifverträge.
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