EU-Staaten wollen sich stärker für Kampf gegen Krebs einsetzen

Luxemburg – Die EU-Staaten setzen sich als Ziel, den Kampf gegen Krebs zu verstärken. Man empfehle, sich für mehr Impfungen gegen Viren, die bestimmte Krebsarten auslösen können, einzusetzen, teilten die Länder heute in Luxemburg mit.
„Ein hoher Anteil der Krebserkrankungen ist vermeidbar. Neben der Bekämpfung von Risikofaktoren wie Alkohol, Tabak und Ernährung können Impfungen dabei eine Schlüsselrolle spielen“, sagte der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke. Belgien hat derzeit den regelmäßig wechselnden Vorsitz unter den EU-Staaten inne.
Die Empfehlung solle die EU-Staaten dabei unterstützen, die Impfraten zu erhöhen und besser zu überwachen. Um dies zu erreichen, würden sie unter anderem dazu aufgefordert, sicherzustellen, dass diese Impfungen kostenlos und leicht zugänglich seien. Die Empfehlung ist rechtlich allerdings nicht verbindlich. Mit ihr folgen die Staaten einem Vorschlag der EU-Kommission.
Einem Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zufolge seien rund 40 Prozent aller Krebserkrankungen auf Umweltfaktoren zurückzuführen, so die EU-Staaten. Zu diesen Faktoren zählten auch Infektionen mit HPV und Hepatitis-B-Viren. Humane Papillomviren (HPV) werden durch Sex übertragen und können unter anderem Gebärmutterhalskrebs und Krebs im Mund-Rachen-Raum hervorrufen.
Eine HPV-Impfung gibt es schon lange. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) erkranken in Deutschland im Jahr über 6.000 Frauen und rund 1.600 Männer an HPV-bedingtem Krebs. Eine Impfung gegen Hepatitis B kann nach Angaben der Kommission Leberkrebs verhindern. Die Akzeptanz und die Überwachung dieser Impfungen sind den Ländern zufolge in der EU aber sehr unterschiedlich.
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