Politik

Facharzt Philippi wird neuer niedersächsischer Sozialminister

  • Freitag, 20. Januar 2023
Andreas Philippi soll neuer Gesundheits- und Sozialminister in Niedersachsen werden. /picture alliance, Marco Rauch
Andreas Philippi soll neuer Gesundheits- und Sozialminister in Niedersachsen werden. /picture alliance, Marco Rauch

Hannover – Der Göttinger Arzt Andreas Philippi übernimmt das Sozialministerium in Hannover. Das kündigte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an.

Der 57 Jahre alte Mediziner und SPD-Bundestagsabgeordnete sei eine hervorragende Wahl für das Amt, sagte Weil (SPD). Philippi sei seit mehr als 30 Jahren im Gesundheitswesen tätig, „er kennt es aus dem Effeff.“

Philippi sei eine Mischung aus Politiker und Praktiker und arbeite bis zum heutigen Tag noch eine gewisse Anzahl an Stunden als niedergelassener Arzt in Südniedersachsen, erklärte Weil weiter.

Der Facharzt für Chirurgie und Notfallmedizin Philippi soll am kommenden Mittwoch im niedersächsischen Landtag vereidigt werden. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit solle die zukunftsfähige Ausrichtung des Kranken­haussektors sein, sagte er bei einer Pressekonferenz in Hannover.

Er übernimmt das Amt von Daniela Behrens, die neue Innenministerin von Niedersachsen wird, nachdem der bisherige Innenminister Boris Pistorius (beide SPD) gestern als neuer deutscher Bundesverteidigungsminis­ter vereidigt wurde.

Mit Philippi als neuer Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung in Niedersachsen verliere man im Bund zwar einen ausgewiesenen Gesundheitsexperten, aber das Land Niedersachsen gewinne einen hinzum, sagte heute Christos Pantazis, stellvertretender gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Bundes­tagsfraktion.

Der Marburger Bund (MB) zeigte sich erfreut über die Nachfolgelösung. „Wir gratulieren Andreas Philippi zu seiner neuen Aufgabe und freuen uns auf die Zusammenarbeit“, sagte Hans Martin Wollenberg, Erster Vorsit­zender des MB Niedersachsen.

Mit Philippi gewinne man einen Gesundheitsminister, der die Probleme in der Versorgung aus erster Hand kenne, denn er sei auch nach seinem Einzug in den Bundestag weiter als Arzt tätig gewesen. „Wir erhoffen uns von ihm als neuem Gesundheitsminister wichtige Impulse, vor allem für die Arbeitsbedingungen im Gesund­heitswesen, die Hochschulmedizin und die Neuausrichtung der Krankenhauslandschaft.“

Philippi studierte ab 1986 in Göttingen Medizin. Zwei Jahre arbeitet der 57-Jährige an der Universitätsmedi­zin Göttingen in der Herzchirurgie, später als Facharzt für Chirurgie und Notfallmedizin in Herzberg am Harz (Landkreis Göttingen). Seit 2009 ist Philippi niedergelassener Chirurg in Herzberg.

Auch als Bundestagsab­geordneter arbeitete er noch 30 Stunden pro Monat in seiner eigenen Praxis, zudem ist er Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Osterode. „Das erdet“, sagt der designierte Minister dazu. Im Bundestag war Philippi unter anderem Mitglied des Gesundheitsausschusses. Zudem war er Teamarzt des FC Bundestag – einer Fußballmannschaft aus aktiven und ehemaligen Bundestagsabgeordneten.

dpa/may

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