Fachgesellschaft drängt auf mehr Weiterbildungsstellen in der Rheumatologie

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie und klinische Immunologie (DGRh) warnt vor einer steigenden Unterversorgung von Patienten mit Rheumaerkrankungen. Die Fachgesellschaft fordert daher in einem Memorandum (Zeitschrift für Rheumatologie; DOI: 10.1007/s00393-024-01539-2) 100 zusätzliche Weiterbildungsstellen im ambulanten und stationären Bereich bis zum Jahr 2029.
Laut der DGRh gab es Ende 2023 in Deutschland 1.164 Fachärzte für Rheumatologie. Rund 30 Prozent davon sind 60 Jahre und älter. Allein im ambulanten Bereich fehlten aber schon jetzt etwa 700 Rheumatologen. „Die Anzahl der Stellen für rheumatologische Assistenzärztinnen und -ärzte muss sich am Versorgungsbedarf der Bevölkerung orientieren“, sagte der Erstautor des Memorandums, Jürgen Braun.
Laut der Gesellschaft ist die Zahl der Menschen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gestiegen – sie beträgt derzeit deutschlandweit 1,8 Millionen. Patienten sollten möglichst früh rheumatologisch behandelt werden. Erklärtes Ziel der DGRh ist es, dass dies innerhalb von sechs Wochen nach den ersten Symptomen geschieht.
„Bei frühzeitiger adäquater Therapie ist die Lebensführung bei den meisten Patientinnen und Patienten kaum noch eingeschränkt“, sagte DGRh-Präsident Christof Specker, einer der Autoren des Memorandums. Die Wartezeit auf einen ersten Termin betrage jedoch in einer rheumatologischen Praxis oder Klinikambulanz nicht selten mehr als drei Monate. Hauptgrund sei Personalmangel.
Zurzeit verfügen laut Specker nur zehn von 38 staatlichen Universitäten über einen eigenständigen rheumatologischen Lehrstuhl. Dadurch kämen zu wenig Medizinstudierende mit der Rheumatologie in Kontakt.
„Die DGRh fordert, dass Studierende an jeder medizinischen Fakultät in Deutschland ein adäquates rheumatologisches Lehrangebot erhalten und dass zukünftig wenigstens jede zweite medizinische Fakultät über einen rheumatologischen Lehrstuhl verfügt“, sagte er.
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