Fachgesellschaft mahnt Gesamtstrategie zur Prävention psychischer Störungen an

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) drängt auf eine politische Gesamtstrategie für die Prävention psychischer Störungen und die Förderung psychischer Gesundheit.
In einem neuen Positionspapier fordert sie dafür einen Fokus unter anderem auf junge Menschen, Familien und die Suizidprävention. „Prävention darf nicht mehr nur in zeitlich befristeten Einzelprojekten abgehandelt werden“, erläutert die Erstautorin des Papiers, Steffi Riedel-Heller, Mitglied im Vorstand der DGPPN.
Die Prävention psychischer Erkrankungen müsse flächendeckend zu einer verbindlichen Kernaufgabe der Politik werden. Die DGPPN fordert deshalb eine nationale Gesamtstrategie, bei der psychische Gesundheit stets mitgedacht wird. So sollte psychische Gesundheit als ressortübergreifende Aufgabe auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene verankert werden.
Zur nachhaltigen Förderung der psychischen Gesundheit der Bevölkerung schlägt die Fachgesellschaft unter anderem den Ausbau von Angeboten der Prävention und Frühintervention für junge Menschen sowie mehr Unterstützung für Kinder psychisch kranker und suchtkranker Eltern vor.
Entscheidend sei außerdem ein systematisches Monitoring der psychischen Gesundheit der Bevölkerung, denn nur dann sei eine datengestützte Planung, Steuerung und Evaluation von Präventionsmaßnahmen möglich, hieß es aus der Fachgesellschaft.
„Die Prävention psychischer Störungen muss von einem randständigen Thema zu einer zentralen Säule der Gesundheits- und Sozialpolitik werden. Dies erfordert eine langfristige Strategie, strukturelle Verankerung und die konsequente Umsetzung evidenzbasierter Maßnahmen“, heißt es in dem Positionspapier.
Psychische Störungen gehören zu den häufigsten und folgenschwersten Gesundheitsproblemen. Sie beginnen oft schon in jungen Jahren, verursachen großes Leid für die Betroffenen und ihre Angehörigen, beeinträchtigen Bildung, Erwerbsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe und ziehen hohe volkswirtschaftliche Kosten nach sich.
Neuesten Schätzungen zufolge betragen die gesamtwirtschaftlichen Kosten psychischer Erkrankungen bis zu 4,8 Prozent des deutschen Bruttoinlandprodukts. Gleichzeitig zeigt die Evidenz laut der DGPPN, dass ein erheblicher Teil der Krankheitslast vermeidbar wäre.
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