Ärzteschaft

Fachgesellschaft will mehr zielgerichtete Vorsorge gegen Darmkrebs

  • Donnerstag, 19. März 2026
/transurfer, stock.adobe.com
/transurfer, stock.adobe.com

Berlin – Menschen mit niedrigem Einkommen oder geringer Bildung erkranken häufiger an Darmkrebs – und haben schlechtere Überlebenschancen als sozial besser gestellte Bevölkerungsgruppen.

Das gab die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) unter Verweis auf Studien in Berlin bekannt. Sie fordert daher mehr zielgerichtete Vorsorgeangebote, denn Darmkrebs gehöre zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland.

Nach Angaben der Fachgesellschaft leben noch rund 73 Prozent der Erkrankten aus höheren Schichten fünf Jahre nach der Diagnose, in sozial benachteiligten Gruppen nur etwa 62 Prozent. Sie sieht als Gründe dafür Unterschiede im Lebensstil, bei Gesundheitskompetenz und Vorsorgeverhalten.

Die Fachleute weisen darauf hin, dass Darmkrebs zu den wenigen Krebsarten gehöre, die sich durch Vorsorge wirksam verhindern lasse. „Wir müssen Menschen erreichen, die bislang kaum Zugang zu Prävention finden“, betont Heiner Wedemeyer, Präsident der DGVS. „Darmkrebsvorsorge rettet Leben. Entscheidend ist, dass die Angebote alle Bevölkerungsgruppen erreichen – unabhängig von Bildung, Einkommen oder Wohnort.“

Wedemeyer schlägt daher Einladungsschreiben mit Terminvorschlägen vor, niederschwellige und mehrsprachige Informationen zum Ablauf der entsprechenden Untersuchung sowie eine strukturiertere Einbindung der Hausarztpraxen, um mehr Menschen zur Vorsorge zu bringen.

Jährlich erkranken laut Angaben in Deutschland rund 55.000 Menschen neu an Darmkrebs; etwa 23.000 sterben an den Folgen der Erkrankung. Damit gehöre Darmkrebs weiterhin zu den häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Seit der Einführung von Darmspiegelungen im Rahmen der Vorsorge im Jahr 2002 seien sowohl Erkrankungs- als auch Sterberaten deutlich zurückgegangen.

kna

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung